28. November 2018, 06:18
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Amazon & Co.: Wie der regionale Mittelstand überlebt

Im Schatten großer Konzerne wie Amazon und Zara untergehen: Vor diesem Schicksal wollen Michael Schwienbacher und eine Gruppe von Unternehmern mittlere regionale Mittelständler bewahren.

Amazon & Co.: Wie der regionale Mittelstand überlebt

Michael Schwienbacher, Hypozentrum: “Regionale Einzelhändler können den Vormarsch der Konzerne überleben, sofern sie Agilität beweisen und sich auf den Nutzen konzentrieren, den sie ihren Kunden stiften.”

Schwienbacher hat in Bonn das zweite Hypozentrum Deutschlands eröffnet – ein Sym-Working-Space für etablierte Unternehmen und agile Start-ups, die für die Digitalisierungs-Ära zukunftsfähige und regionalfreundliche Geschäftsmodelle und Strategien entwickeln. Wie er die Situation für den Mittelstand einschätzt:

Herr Schwienbacher, Konzerne wie Amazon und Zara werden immer mächtiger. Was bedeutet das für regionale kleine und mittlere Unternehmen?

Schwienbacher: Es ist bekannt, dass kleine und mittlere Unternehmen oftmals dem Wettbewerb zu den Großunternehmen nicht gewachsen sind. Denn die überregional agierenden Konzerne haben Zugang zum Kapitalmarkt, der günstigsten Art der Finanzierung. Sie kaufen sich die besten Fach- und Führungskräfte und Berater. Sie bündeln ihr Einkaufsvolumen, um höhere Preisdurchsetzungsmacht zu erlangen. Und sie suchen sich günstige Steuervorteile im internationalen Raum und schaffen sich dadurch Kostenvorteile gegenüber in der Region steuerpflichtigen Unternehmen.

Mit ihren Gewinnen bauen sie ihre Marktmacht aus und vernichten dadurch kleine und mittlere Unternehmen. Eine wirtschaftliche Entwicklung, die ganze Regionen in ihrer Wirtschaftsleistung und sozialen Gerechtigkeit schwächt. Denn kleine und mittlere Unternehmen beschäftigen in Deutschland über 60 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer und sorgen damit für unseren regionalen Wohlstand. Es gilt also dringend die Macht der Großkonzerne abzuschwächen, indem wir die Zukunftsfähigkeit der kleinen und mittleren Unternehmen stärken.

Wie sieht eine Form des Wirtschaftens aus, die regionalfreundlicher ist und trotzdem dem Digitalisierungs-Zeitgeist entspricht?

Schwienbacher: Branchen wie zum Beispiel der Schreibwaren-Einzelhandel werden auf Dauer in den wenigsten Fällen zu retten sein. Schon heute nutzen immer mehr Kunden Freihauslieferung des Onlinehändlers, anstatt in die Stadt zu fahren. Da müsste schon die Politik Gesetze erlassen und zum Beispiel die Onlineriesen mit wesentlich höheren Steuern versehen, damit Preise im Internet wesentlich höher sind als die beim Buchhändler um die Ecke.

Regionale Einzelhändler können den Vormarsch der Großkonzerne überleben, sofern sie Agilität beweisen und sich auf den Nutzen konzentrieren, den sie ihren Kunden stiften. Spitz schlägt breit. Sie müssen unternehmerische Kreativität aufbringen, digitale Technologien nutzen, ihre Vorteile der Kundennähe ausspielen und das gleiche oder ein besseres Servicelevel erreichen als Konzerne. Für andere Branchen erweist sich ein Paradigmenwechsel als Triebfeder für zukünftige Geschäftsfähigkeit: Symbiose statt Wettbewerb. Am Bonner Bogen ist uns beispielsweise gleich das Digital Hub ins Auge gestochen.

Seite zwei: Wie die Hypozentren funktionieren

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Betriebsrentner werden ab 1. Januar deutlich entlastet

Millionen Betriebsrentner werden ab dem 1. Januar deutlich entlastet. Eingeführt wird ein neuer Freibetrag für die gesetzliche Krankenversicherung von 159,25 Euro, wie Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Donnerstag in Berlin bekräftigte. Ein entsprechendes Gesetz sollte am Nachmittag im Bundestag beschlossen werden. “Damit entlasten wir alle Betriebsrentner”, sagte Spahn.

mehr ...

Immobilien

Hypoport kauft Empirica-Systeme

Die Hypoport AG hat heute 100% der Anteile der empirica-systeme GmbH von den bisherigen Eigentümern übernommen. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Das Berliner Unternehmen ist einer der wichtigsten Datenpartner der deutschen Immobilienwirtschaft. empirica-systeme wurde 2011 als Spin-off aus der empirica ag gegründet und ist auf die Verarbeitung, Analyse und Bereitstellung von Immobilienmarktdaten und -informationssystemen spezialisiert.

mehr ...

Investmentfonds

Sicherheitsillusion führt zu Vermögensverlusten

Warum nehmen Deutschlands Sparer Verluste in Kauf? Niedrigzinsen und Inflation nagen an Vermögenswerten, doch fehlendes Vertrauen und Know-how verhindern Geldanlagen mit höheren Rendite-Chancen. So die Ergebnisse einer repräsentativen Studie von Marketagent im Auftrag von wikifolio.com, Europas führender Online-Plattform für Handelsideen von privaten und professionellen Tradern.

mehr ...

Berater

Vorteile der Digitalisierung für Ihren Vertrieb

Die Daten- & Dokumentenverarbeitung im Maklerbüro kann viel Zeit und Geld kosten. blau direkt bietet nun mit „RoboSave“ erstmalig ein vollautomatisiertes Bestandsoptimierungssystem und damit großes Potenzial zum Sparen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Deutsche Finance sammelt 40 Millionen Euro in drei Wochen

Der Asset und Investment Manager Deutsche Finance Group hat den ersten “institutionellen Club-Deal für Privatanleger” mit einem Eigenkapitalvolumen von 40 Millionen US-Dollar in nur drei Wochen ausplatziert.

mehr ...

Recht

“Öko-Test” siegt vor BGH

Gilt ein “Öko-Test”-Label nur für ein bestimmtes Produkt oder darf damit auch für Waren geworben werden, die in Farbe und Größe abweichen? Der BGH hat entschieden.

mehr ...