14. Juni 2019, 08:00
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Ab 2030 braucht jeder Dritte eine altersgerechte Wohnung

Im Jahr 2030 wird jeder Dritte 65 Jahre oder älter sein. Das entspricht einem Mehrbedarf von bis zu drei Millionen altersgerechten Wohnungen: Schließlich ist der größte Wunsch der meisten Senioren, möglichst lange autark in den eigenen vier Wänden zu wohnen. Wie dies ermöglicht werden kann, diskutierten rund 50 Experten auf dem dritten Seniorenimmobilientag des BFW Bundesverbandes und des BFW-Landesverbandes NRW.Senioren in Ab 2030 braucht jeder Dritte eine altersgerechte Wohnung

„Die Bedürfnisse älterer Menschen im Lebensalltag verändern sich und beeinflussen immer mehr zukünftige Wohntrends“, so die Geschäftsführerin des BFW Nordrhein-Westfalen Elisabeth Gendziorra. Auch die nordrhein-westfälische Landesregierung habe die zunehmende Bedeutung dieser Thematik erkannt, sagte Gendziorra: So findet der Seniorenimmobilientag des BFW erstmals unter der Schirmherrschaft von Ina Scharrenbach, der Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen statt.

Auch die umliefende Infrastruktur muss berücksichtigt werden

In ihrer Eröffnungsrede betonte Ministerin Scharrenbach die zentrale Aufgabe und Verantwortung der Politik, die Zielkonflikte zwischen höherem Grundkomfort und Bezahlbarkeit zu reduzieren. „Dabei muss auch die umliegende Infrastruktur berücksichtigt werden“, so die Ministerin: „Ein Lösungsansatz dazu soll der Leitfaden „barrierefreies Bauen“, der gemeinsam mit dem BFW Nordrhein-Westfalen und anderen Sozialverbänden entwickelt wird, bieten. Dieser begegnet der Frage, wie wir zukünftig Immobilien gestalten, die allen Anforderungen gerecht werden.“

Wie sich Leben und Wohnen im Alter bedarfsgerecht und selbstbestimmt realisieren lässt, skizzierte Katrin Witthaus (InWIS Forschung & Beratung GmbH): „Wohnwünsche und Lebensstile haben einen besonderen Einfluss auf das altersgerechte Wohnen der Zukunft. Von besonderer Bedeutung ist aber natürlich eine barrierearme, im Idealfall barrierefreie Ausstattung der Wohnung.“ Hier komme es oftmals auf die Details an, da schon kleine Schwellen können schnell zum Hindernis werden könnten, so Witthaus weiter.

Auch die Anforderungen der Bauordnungen müssen angepasst werden

Gudrun Kaiser (Wohnqualität im Alter WiA) analysierte in ihrem Vortrag die Vorgaben der neuen Landesbauordnung für barrierefreies Wohnen: „Wenn wir Qualität und Quantität bedarfsgerechter Wohnformen für ältere Menschen steigern möchten, sollten wir die Anforderungen aus Normen, Bau- und Heimgesetzgebung kennen, bestmöglich auslegen und Öffnungsklauseln nutzen. Barrierefreiheit muss verhältnismäßig sein!“ In anschließenden Vorträgen von Werte + Wohnen, IBAC Consulting und der VEWO Wohnungsverwaltung GmbH wurden Wohnformen präsentiert, die den Bewohnern größtmögliche Selbstständigkeit bei gleichzeitiger Sicherheit gewährleisten wollen.

Rolf Schettler, Leiter des BFW Fachausschusses „Wohnen im Alter“, resümierte: „Auch wenn es vorübergehend den Anschein hatte, als sei der demografische Wandel infolge der Flüchtlingsproblematik und der Debatte um bezahlbares Wohnen in Ballungsräumen von der wohnungspolitischen Agenda verschwunden, so bleibt doch die Gestaltung altersgerechter Quartiere und zeitgemäßer Wohnangebote für hochaltrige Menschen unverändert eine der wichtigsten gesellschaftlichen Aufgaben. Schon lange geht es dabei nicht nur um Grundrißgestaltung, sondern um intelligente Vernetzung von Wohnung und Dienstleistung mit moderner Technik und lebendiger Heimat.“

 

Foto: Shutterstock

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