24. Juli 2019, 10:00
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Baufinanzierung: Standardrate historisch niedrig, Darlehenssumme auf Allzeit-Hoch

Die Bauzinsen rutschen weiter. Daran ändert auch der Juni wenig. Einen Rückblick wagt nun Dr. Klein. Ein Kommentar von Michael Neumann, Vorstandsvorsitzender der Dr. Klein Privatkunden AG, über aktuelle Entwicklungen bei Baufinanzierungen in Deutschland.

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Seit März dieses Jahres steigt die Darlehenshöhe langsam aber kontinuierlich an. Im Juni durchbricht sie erstmals die 250.000-Euro-Marke. Mit 252.000 Euro liegt der durchschnittliche Darlehensbetrag etwa 4.000 Euro über dem Mai-Wert und circa 34.000 Euro über der Summe, die Käufer im Juni 2018 finanzierten.

Deutschland hat Aufholbedarf

Grund dafür sind die steigenden Immobilienpreise, mit denen Käufer vor allem in Ballungsgebieten konfrontiert werden.

Deutschland hat in punkto Wohneigentum noch immer Aufholbedarf, ist es doch das Land mit der geringsten Wohneigentumsquote in der EU. Entspannung oder gar sinkende Immobilienpreise sind kurzfristig nicht zu erwarten.

Standardrate im Allzeit-Tief

Dieser Entwicklung gegenüber steht eine stark gesunkene Standardrate – errechnet für einen Kredit in Höhe von 150.000 Euro mit zwei Prozent Tilgung und 80 Prozent Beleihungsauslauf.

Sie beträgt 404 Euro und damit 48 Euro weniger als im Mai und 76 Euro weniger als im Juni vergangenen Jahres. Grund dafür sind die extrem günstigen Baufinanzierungszinsen: Sie erreichten Ende Mai ein Rekordtief.

Leichter Anstieg beim Beleihungsauslauf

Die Deutschen finanzieren einen Anteil von 84,34 Prozent über Fremdkapital. Damit liegt der Beleihungsauslauf leicht über dem Wert von Mai (+0,32 Prozentpunkte) und steigt seit März kontinuierlich.

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Finanzierungen in Deutschland bleiben jedoch sicher, weil Kreditinstitute hierzulande die Bonität der Kreditnehmer genau einschätzen. Einem hohen Beleihungsauslauf muss immer auch eine sehr gute Einkommens- bzw. Vermögenssituation gegenüberstehen.

Tilgung bleibt solide, Zinsbindung sinkt um drei Monate

Für sichere Finanzierungen spricht auch der leicht erhöhte Tilgungssatz. Er liegt im Juni bei 2,82 Prozent (Mai: 2,79 Prozent). Empfohlen wird eine anfängliche Tilgung von mindestens zwei Prozent.

Die historisch günstigen Baufinanzierungszinsen sichern sich Darlehensnehmer im Juni für 13 Jahre und 11 Monate. Vor einem Jahr betrug die durchschnittliche Zinsbindung 14 Jahre.

Der Klassiker bleibt beliebt: kleine Veränderung bei Darlehensarten

Im Vergleich zu Mai sinkt im Juni der Anteil an Annuitätendarlehen um 0,31 Prozent auf 84,20 Prozent. Gestiegen ist er jedoch in Relation zu Juni 2018: Damals entfielen knapp 82 von 100 Euro (81,95 Prozent) der Baufinanzierungen auf den Klassiker unter den Darlehensarten.

Von 6,49 Prozent auf 6,76 Prozent nimmt der Anteil an Forward-Darlehen zu, fällt damit jedoch – wie in den letzten Monaten auch – gering aus. Noch vor einem Jahr war jede zehnte Finanzierung (9,96 Prozent) ein Forward-Darlehen. Mit dieser Art der Anschlussfinanzierung lassen sich die Zinsen gegen einen Aufschlag für bis zu fünf Jahre im Voraus reservieren.

Das Interesse an Förderungen über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bleibt nahezu konstant: Im Juni beträgt er 4,69 Prozent, im Mai nur 0,01 Prozentpunkte weniger. Vor einem Jahr hingegen lag der Anteil an KfW-Darlehen bei 3,64 Prozent – er ist damit um 1,05 Prozentpunkte gestiegen.

 

Foto: Dr. Klein

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