9. Oktober 2019, 16:55
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Berlin: Regulierungswahnsinn hat Konjunktur und Nebenwirkungen

Mit dem Referentenentwurf zum Mietendeckel hat die Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen die restriktive Wohnungspolitik der letzten Jahre auf die Spitze getrieben und der Debatte um Wohnraumknappheit ein weiteres Kapitel hinzugefügt. Der Entwurf polarisiert, ein vernünftiges Ende der Diskussion ist in weite Ferne gerückt, der Regulierungswahnsinn hat Konjunktur und Nebenwirkungen.

Shutterstock 113220649 in Berlin: Regulierungswahnsinn hat Konjunktur und Nebenwirkungen

Unter Experten ist auf jeden Fall unstrittig, dass ein derartiger Eingriff in die Preisbildung das Problem der Wohnraumknappheit nicht lösen wird, sondern vielmehr verschärft. Zum einen wird die Wohnungsnachfrage über Zuwanderung und Ausweitung des Wohnflächenkonsums durch das künstlich niedrig gehaltene Mietniveau zusätzlich stimuliert und zum anderen führt die aktuelle Diskussion in Kombination mit den bürokratischen Hindernissen, knapper werdenden Flächenpotentialen sowie der Personalknappheit in der Baubranche dazu, dass sich die rechtliche und regulatorische Unsicherheit am Wohnungsmarkt nachhaltig erhöht und Investitionsanreize am Mietwohnungsmarkt hemmt. Und damit hat der wohnungspolitische Kurs schon jetzt, unabhängig davon, ob der geplante Mietendeckel in Berlin rechtskräftig umgesetzt werden kann, langfristig negative Auswirkungen auf den Immobilienmarkt.

Diese Tendenz spiegelt sich deutlich im Stimmungsbild der Unternehmen wider, die in der JLL-Erhebung zum Berliner Mietendeckel befragt wurden. An der Umfrage, die von Mitte bis Ende September 2019 durchgeführt wurde und durch eine hohe Durchmischung bei den Geschäftsfeldern der teilnehmender Marktakteure gekennzeichnet ist, haben insgesamt 100 Unternehmen der Immobilienwirtschaft teilgenommen. Rund 75 Prozent dieser Teilnehmer gaben dabei an, in ihrem primären Geschäftsfeld auch am Berliner Wohnungsmarkt tätig zu sein.

Hohe Verunsicherung durch den wohnungspolitischen Kurs in Berlin

Das Ausmaß der Unsicherheit in der Immobilienwirtschaft ist alarmierend hoch – und das unabhängig von den Geschäftsfeldern, auf denen die Unternehmen tätig sind. Mehr als 90 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass ihre Verunsicherung durch den wohnungspolitischen Kurs in Berlin „hoch“ (42%) bis „sehr hoch“ (49%) sei. Neben der rechtlichen Unsicherheit ist es auch die Qualität der politischen Kommunikation, die zu einer hohen Verunsicherung führt. Rund 53 Prozent der teilnehmenden Unternehmen gaben hierzu an, dass sie sich von der Politik über die geplanten Schritte „schlecht“ oder sogar „sehr schlecht“ (33%) informiert fühlen.

Bildschirmfoto-2019-10-07-um-17 47 13 in Berlin: Regulierungswahnsinn hat Konjunktur und Nebenwirkungen

Seite zwei: Mietendeckel im Widerspruch zum wohnungspolitischen Ziel

Weiter lesen: 1 2 3

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Thomas-Cook-Kunden sollen Ansprüche beim Insolvenzverwalter anmelden

Das Justizministerium hat Pauschalreise-Kunden der insolventen Thomas Cook aufgefordert, ihre Ansprüche nicht nur bei der Versicherung, sondern auch beim Insolvenzverwalter anzumelden. Das sei Voraussetzung dafür, das versprochene Geld vom Bund zu erhalten, teilte das Ministerium am Freitag mit.

mehr ...

Immobilien

Neues Finanzierungskonzept: Sorgenfrei im Alter

Viele Menschen möchten sich im Rentenalter Wünsche und Träume erfüllen. Die notwendigen Geldmittel stecken dabei oftmals im Eigenheim fest. Um sich mithilfe der Immobilie den Lebensabend zu finanzieren, gibt es gleich mehrere Möglichkeiten. Welche das sind und welche Vor- und Nachteile sie bieten, zeigt der Vergleich der Immobilienverkaufsmodelle.

mehr ...

Investmentfonds

London: Werden keine “Empfänger von EU-Regeln” nach Brexit

Unternehmerverbände in Großbritannien zeigen sich vor dem Brexit besorgt. Sie fürchten hohe Kosten durch Handelsbarrieren und warnen vor Preiserhöhungen für britische Verbraucher. Doch ihre Forderungen angesichts der Befürchtungen finden beim Finanzminister kein Gehör.

mehr ...

Berater

Privates Geldvermögen trotz Zinsflaute auf Rekordhoch

Statistisch gesehen schwimmen die deutschen Haushalte im Geld: Trotz weiterhin konservativer Anlagestrategien ist das private Geldvermögen auf 6302 Milliarden Euro gestiegen – das ist fast doppelt so viel wie das Bruttoinlandsprodukt für 2018.

mehr ...

Sachwertanlagen

Habona erreicht Vollinvestition des Einzelhandelsfonds 06

Der Frankfurter Fondsinitiator und Asset Manager Habona Invest hat für seinen Einzelhandelsfonds 06 zum Jahresende 2019 sechs weitere Nahversorgungsimmobilien mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von über 44 Millionen Euro und einer Gesamtmietfläche von circa 19.500 Quadratmetern erworben.

 

mehr ...

Recht

Winzerverband schlägt Schadenersatz statt Strafzölle auf Wein vor

Statt der Strafzölle auf Wein sollte die Bundesregierung den USA nach einem Vorschlag des Weinbauverbands Rheinhessen eine Schadenersatzzahlung anbieten. “Die deutsche Politik sollte jetzt unkonventionelle Lösungen anstreben”, erklärte Verbandspräsident Ingo Steitz.

mehr ...