5. Februar 2019, 14:34
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Immobilienfinanzierer haben den Blues

Die Stimmung unter den deutschen Immobilienfinanzierern ist erheblich eingebrochen. Das BF.Quartalsbarometer fällt im ersten Quartal 2019 auf minus 3,88 Punkte (Q3 2018: 0,43). Damit erreicht der Barometerwert ein Allzeit-Tiefstwert. Die Gründe für den starken Rückgang.

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Viele Immobilienfinanzierer sehen die Marktlage alles andere als rosig.

Der Anteil der Befragten, die die Lage am Finanzierungsmarkt als progressiv einschätzen, erreichten den niedrigsten Stand. Die Margen, die vergangenes Quartal bereits einen Tiefstand erreicht hatten, verharren weiterhin auf sehr schwachem Niveau. Parallel dazu steigen für viele Institute die Refinanzierungskosten. Außerdem bekommen die Banken mehr Konkurrenz von alternativen Finanzierern.

“Nach Jahren des Immobilienbooms und einer relativ guten Stimmung unter den Finanzierern blicken viele Marktteilnehmer deutlich pessimistischer in die Zukunft. Eine ganze Reihe von Faktoren, die das Geschäft der Institute beeinflussen, hat sich verschlechtert”, so Manuel Köppel, CFO der BF.direkt AG.

Neugeschäft immer herausfordernder

“Für die Finanzierer wird das Neugeschäft immer schwieriger. Das liegt einerseits teilweise daran, dass immer weniger Objekte am Markt verfügbar sind, die die Risikokriterien der Banken erfüllen. Andererseits spielt der sehr starke Wettbewerb eine Rolle. Ein Drittel aller Finanzierungen kommt nicht zustande, weil die Nachfrage zu hoch ist und ein Wettbewerber den Zuschlag erhält”, meint Professor Dr. Steffen Sebastian, Inhaber des Lehrstuhls für Immobilienfinanzierung an der IREBS und wissenschaftlicher Berater des BF.Quartalsbarometers.

Die Ergebnisse des Barometers im Detail: Die befragten Institute schätzen die allgemeine Lage am Finanzierungsmarkt schlechter ein. Im Vergleich zum vorherigen Quartal hat sich der Anteil der Befragten, der eine progressive Lageeinschätzung hat, von 36,1 Prozent auf 17,6 Prozent halbiert – ein neuer Tiefstwert. Des Weiteren schätzen die befragten Institute die Entwicklung des Neugeschäfts deutlich pessimistischer ein. Ein ansteigendes Neugeschäft erwarten nur noch rund 25 Prozent (minus 13 Prozentpunkte).

Abnehmendes Neukundengeschäft erwartet

Das ist der Tiefstwert seit Erhebung des Quartalsbarometers. Mehr als 56 Prozent der Befragten erwarten nur eine stagnierende Entwicklung und knapp 20 Prozent (plus 7 Prozentpunkte) erwarten ein abnehmendes Neukundengeschäft. Dementsprechend steigt die Bedeutung, ein möglichst großes Volumen an Neugeschäften zu generieren, um 3,6 Prozentpunkte.

Seite zwei: Geringere Volumengrößen der Finanzierungen

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