18. Dezember 2019, 17:32
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Immobilienpreise in Süddeutschland zeigen gen Norden

Ein Ende der Preisspirale im Süden ist nicht absehbar. Im Vergleich zum letzten Jahr sind die Wohnungspreise in den Metropolen Frankfurt, Stuttgart und München im Durchschnitt um knapp 10 Prozent gestiegen. Unangefochten an der Spitze liegt München mit einem Plus von 11,4 Prozent. Das zeigt der aktuelle Dr. Klein Trendindikator Immobilienpreise (DTI).

Grand-Tower in Immobilienpreise in Süddeutschland zeigen gen Norden

In der Mainmetropole geht es nicht nur architektonisch immer höher.

Immobilienmarkt Frankfurt – höher, schneller und weiter

In der Mainmetropole gilt das olympische Motto: Die Neubauten werden immer höher, die Preise ziehen immer schneller an und für bezahlbaren Wohnraum müssen Interessenten immer weiter ins Umland ziehen. „Neuer Baugrund kann in der Innenstadt praktisch nicht mehr erschlossen werden. In der Folge werden Neubauten anders konzipiert: Es mehren sich Hochhauskomplexe mit exklusiven Apartments und hohem Komfort“, stellt Carsten Engmann, Spezialist für Baufinanzierungen bei Dr. Klein in Frankfurt fest. „Durch die hohen Gehälter in der wirtschaftlich sehr potenten Rhein-MainRegion gibt es bei Kaufwilligen aktuell fast keine Schmerzgrenze, was den Preis der Immobilien betrifft. Normalverdiener finden in der Innenstadt praktisch keinen bezahlbaren Wohnraum mehr. Sprach man bis vor kurzem beim Frankfurter Umland noch von einem Entfernungsradius von 20 Kilometern, sind es mittlerweile eher 50“, so Engmann.

Ungebremste Nachfrage trifft auf stagnierendes Angebot. In der Konsequenz steigt der gemittelte tatsächlich bezahlte Quadratmeterpreis für Wohnungen im dritten Quartal auf 3.558 Euro und liegt damit rund 650 Euro über dem Medianpreis für Häuser. Der Vergleich zum letzten Quartal zeigt: die Preise für Wohnungen steigen schneller als die der Häuser (2,8% vs. 1,6%).

Stuttgart: Preisobergrenze bei Häusern erreicht?

Das Immobilienangebot in Stuttgart wird immer geringer, aber der Preisanstieg stagniert. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern sinkt die tatsächliche Preisentwicklung sogar erstmals seit mehr als vier Jahren, allerdings kaum wahrnehmbar: im Verhältnis zum letzten Quartal um 0,1 Prozent. Wohnungen verteuern sich verglichen mit dem letzten Quartal moderat um 2,5 Prozent. Durchschnittlich zahlen Käufer 3.602 €/qm für eine Wohnung und 3.333 €/qm für das eigene Haus.

München: Preisdynamik nach wie vor am größten

Verglichen mit den ebenfalls teuren Metropolregionen Stuttgart und Frankfurt weist der Münchner Immobilienmarkt die größten Preissteigerungen auf: Wohnungen sind gegenüber dem Vorjahresquartal 11,4 Prozent teurer, Häuser 7,1 Prozent. Auch im direkten Quartalsvergleich ziehen die Indexwerte markant an: um 3,1 Prozent bei Apartments und 5 Prozent bei Häusern. Die bayerische Landeshauptstadt ist und bleibt der teuerste Ort für Immobilien in Deutschland: Käufer einer Eigentumswohnung zahlen im Schnitt 7.172 €/qm – mehr als doppelt soviel wie im nicht gerade als preisgünstig verschrienen Frankfurt. Auch Hauskäufer müssen sich strecken: Sie bezahlen durchschnittlich 5.400 €/qm – 201 Euro mehr als im letzten Quartal.

Bildschirmfoto-2019-12-18-um-17 21 17 in Immobilienpreise in Süddeutschland zeigen gen Norden

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Verkündungstermin nach Corona-Klage gegen Versicherung

Nach einer Corona-Klagewelle von Gastwirten gegen ihre Versicherungen wird das Münchner Landgericht am Donnerstag voraussichtlich eine erste Entscheidung in einem der Verfahren verkünden.

mehr ...

Immobilien

Die Bröning-Kolumne: Gefühlte Wahrheiten und die eigene Performance-Realität

Mit gefühlten Wahrheiten ist es so eine Sache. Wir alle haben die sagenhafte Entwicklung der großen und vorrangig amerikanischen Technologieunternehmen vor Augen, die gegenüber Konjunktureinbruch, Aktien-Crash und Lockdown scheinbar unverwundbar sind. Die Bröning-Kolumne

mehr ...

Investmentfonds

Gold – Time to say goodbye?

Seit jeher gilt Gold als „Fluchtwährung“, wenn es an den Börsen knirscht. Das war nach der Finanzkrise nicht anders. Marko Behring, Leiter Asset Management der Fürst Fugger Privatbank, weist darauf hin, dass dies in der Regel aber auch bedeutet, dass der Goldpreis dann unter Druck gerät, wenn es an den Börsen läuft. Sieben Jahre Aufschwung an den Märkten haben den Goldpreis nachgeben und die Fangesänge auf das Edelmetall leiser werden lassen.

mehr ...

Berater

Definet-Chef: “Da fehlt der Faktor Mensch”

Cash.-Interview mit Definet-Vorstand Mathias Horn über Beratung in Zeiten von Covid-19, virtuelle Vertriebsveranstaltungen und die zunehmende Regulierung kleiner und mittlerer Beratungsunternehmen.

mehr ...

Sachwertanlagen

BaFin bestellt Abwickler für Acada-Geschäfte

Die Finanzaufsicht BaFin hat bereits mit Bescheid vom 1. September 2020 zur Abwicklung des durch die mittlerweile insolvente Adcada GmbH, Bentwisch, unerlaubt betriebenen Einlagengeschäfts einen Abwickler bestellt. Das machte die Behörde nun auf ihrer Website bekannt.

mehr ...

Recht

Online-HVs: BVI fordert Einhaltung von Aktionärsrechten

In der Hauptversammlungssaison 2020 gab es fundamentale Einschränkungen der Aktionärsrechte. Die Unternehmen haben ihre HVs überwiegend online abgehalten. Ein Dialog zwischen Eigentümern und Verwaltung der Unternehmenwar dabei faktisch unmöglich. Es gab lediglich eine Fragemöglichkeit für Aktionäre im Vorfeld der HV, aber keine Auskunfts- und Antragsrechte. Während der Versammlung konnten sie dem Management in den meisten Fällen spontan keine Fragen stellen. Aus diesem Grund fordert der BVI Nachbesserung bei der rechtlichen Ausgestaltung von Online-HVs.

mehr ...