2. Juli 2019, 13:00
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Immobilienprognose: Weniger Wachstum, kein Crash

Der Hauspreisindex des vdp zeigt auch 2019 weiter nach oben: Die Preise für Wohnimmobilien stiegen deutschlandweit im ersten Quartal 2019 um 7 % gegenüber dem Vorjahresquartal. Auffällig ist dabei, dass die Preissteigerung in den Top-7-Standorten mit 5,6 % etwas geringer ausfällt. Diese Entwicklung ist neu, von 2009 bis gut in das Jahr 2018 hinein kletterten die Preise in den Top-7- Standorten deutlich stärker als die Preise in der Fläche.

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Hintergrund ist die Angebotsausweitung in den Top-7-Märkten. Während die Baufertigstellungen 2018 deutschlandweit um magere 0,4 % stiegen, wiesen die hochpreisigen Top-7- Standorte eine deutlich höhere Angebotsausweitung auf. So stiegen in München die Baufertigstellungen um 11 % und in Hamburg mit mehr als 10.000 fertiggestellten Wohnungen sogar um 34 %.

Niedrige Zinsen drücken die Nachfrage

Der Angebotsausweitung steht eine, trotz der leichten konjunkturellen Eintrübung, stabile Nachfrage gegenüber. Diese resultiert aus den weiterhin niedrigen Zinsen – d. h. guten Finanzierungsbedingungen sowie mangelnden Anlagealternativen im risikoarmen Segment – und der grundsätzlich positiven wirtschaftlichen und demographischen Entwicklung.

Die Prognosen der vdpResearch gehen vor diesem Hintergrund von einer Abschwächung des Preiswachstums auf positivem Niveau aus. Mit Blick auf Eigentumswohnungen wird für 2020 ein Rückgang der Teuerungsrate auf gut 4 % prognostiziert; über den Prognosezeitraum von fünf Jahren ein durchschnittliches Preiswachstum von gut 3 % p. a..

Büromieten schneiden im Bereich der Gewerbeimmobilien am Besten ab

Im Bereich Gewerbeimmobilien prognostiziert die vdpResearch die Entwicklung der Mieten für Büro-, Einzelhandels- und Lager/ Logistik- Immobilien sowie Preise für Gewerbegrundstücke. Letztere weisen – wie auch in der Vergangenheit – eine schwächere Dynamik auf als die Wohnbaulandpreise;, für 2019 und 2020 wird von einem mittleren Preisanstieg von über 3 % ausgegangen.

Im Bereich der Gewerbemieten wird die positivste Entwicklung für die Büromieten prognostiziert, während die Steigerung der Einzelhandelsmieten hinter der Inflationsrate zurückbleiben wird, d. h. reale Rückgänge verzeichnen.

Moderat, aber positiv

Insgesamt ist der Ausblick für den deutschen Immobilienmarkt als moderat positiv zu bewerten. Die Preiswachstumsraten der vergangenen Jahre werden nicht mehr erreicht, jedoch können weiterhin leichte reale Steigerungen erzielt werden.

Die Prognosen der vdpResearch auf Ebene der 401 deutschen Kreise zeigen allerdings auch, dass die Dynamik der Miet- und Preisentwicklung nach wie vor – in Abhängigkeit von der lokalen wirtschaftlichen und demographischen Entwicklung – regional unterschiedlich ausfällt.

 

Foto: Shutterstock

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