Immobilientransaktionen – die Grenzen der Plattformwirtschaft

Vom Lebenspartner über die Küchenmaschine bis zur angemieteten Ferienwohnung, zahlreiche Wünsche erfüllen wir uns über Plattformen wie Tinder, Amazon und Airbnb. Ist das auch die Zukunft der Immobilientransaktionen? Ein Kommentar von Jens R. Rautenberg, Inhaber und Geschäftsführer der Conversio Gruppe.

Plattformen wie Immobilienscout24 und Airbnb zeigen, wie einfach sie mit Immobilien Geld verdienen, die sie nicht besitzen. Ihr Erfolgsrezept ist ein großes Angebot, Benutzerfreundlichkeit und das weitestgehend kostenlos; damit locken sie Anbieter und Nachfrager, die wiederum mehr Nutzer und Anbieter anziehen.

Plattformen schaffen Vertrauen

Ob man nun für mehrere Jahre oder für eine Urlaubswoche eine Unterkunft sucht, das Prinzip ist das Gleiche: Einloggen, Stadt angeben, nach Wunschkriterien filtern, passende Unterkunft finden und über die Plattform mit den Vermietern die nächsten Schritte wie Besichtigungstermin oder Wegbeschreibungen klären sowie die wichtigsten Unterlagen wie Gehaltsbescheinigung und Schufa-Auskunft schicken. Und der gesamte Prozess funktioniert ohne Intermediäre wie Reisebüros oder Makler.

Für Vermieter ist das ebenfalls praktisch, besonders seit der Einführung des Bestellerprinzips, denn so spart er sich die Maklerkosten. Je erfolgreicher die Plattform, desto mehr potenzielle Mieter findet sein Angebot. Andere Vermieter werden so nicht unbedingt zu Konkurrenten, da die Plattform umso mehr Nutzer anzieht, je größer das Angebot ist.

Wunschvorstellung für Immobilieninvestoren

Ein weiterer Vorteil ist, dass Plattformen Vertrauen schaffen, denn die wichtigsten Dokumente wie Energieausweis, Grundriss oder Schufa-Auskunft und Gehaltsnachweis wurden bereits über die Plattform ausgetauscht. Zusätzlich können sich auf vielen Plattformen beide Nutzergruppen gegenseitig bewerten.

Wie viel einfacher wäre das Geschäft der Immobilieninvestoren, -Käufer und -Verkäufer, wenn sie ihre Transaktionen ebenso unkompliziert über Plattformen abwickeln könnten, ohne Investmentberater beziehungsweise Makler? Dafür müssten insbesondere Käufer beziehungsweise Investoren alle gewünschten Informationen zum Objekt im Datenraum oder auf der Plattform finden.

Bei der Besichtigung würden die letzten offenen Fragen beantwortet und die Abwicklung wieder über die Plattform beziehungsweise den Notar laufen. Auch die Besichtigung wäre optional, denn der Käufer würde ja bereits über alle Due-Diligence-Informationen, Gutachten, Bestandshistorie und Mietverträge verfügen.

 

Seite 2: Probleme durch Informationslücken

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