18. März 2019, 13:41
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Kein Frühlingserwachen bei den Wohnimmobilienpreisen

Bereits den dritten Monat in Folge haben sich die Preise für private Wohnimmobilien im bundesdeutschen Durchschnitt laut der aktuellen Auswertung des Europace-Hauspreis-Index EPX für Februar 2019 praktisch nicht verändert. Ist das der Anfang vom Ende steigender Immobilienpreise oder nur eine vergleichsweise lange “Winterstarre”?

Baubranche in Kein Frühlingserwachen bei den Wohnimmobilienpreisen

Die Neubauaktivität liegt nach wie vor unter dem Bedarf.

“Die Nachfrage nach Wohnimmobilien ist weiterhin sehr hoch. Allgemein wird von einem Neubaubedarf von rund 350.000 zusätzlichen Wohneinheiten pro Jahr ausgegangen, um dem Wohnungsmangel Herr zu werden”, weiß Stefan Kennerknecht, Vorstand der Europace AG. Das Statistische Bundesamt hat kürzlich die Zahlen für 2018 veröffentlicht: Die Zahl der Baugenehmigungen ist leicht rückläufig (minus 0,2 Prozent). Die Zahl der Genehmigungen für den Neubau von Wohneinheiten ist zwar um 0,7 Prozent leicht gestiegen, liegt aber mit knapp 303.000 Einheiten immer noch weit unter Bedarf.

“Und man darf ja nicht vergessen, dass nicht jede Baugenehmigung automatisch bedeutet, dass kurzfristig auch gebaut wird”, gibt Kennerknecht zu bedenken. “Daher ist nicht davon auszugehen, dass die Preise für Wohnimmobilien wirklich längerfristig ‚eingefroren‘ sind. Dazu entwickeln sich die Teil-Indizes des EPX auch zu unterschiedlich. Ich gehe davon aus, dass wir in den nächsten Monaten wieder einen maßvollen Preisanstieg sehen werden.”

Neue Wohnungen bleiben Mangelware

Auch der Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW, Axel Gedaschko, sieht den Immobilienmarkt “von den jährlich notwendigen neuen Wohnungen in Deutschland meilenweit entfernt, denn genehmigt ist noch lange nicht gebaut.” Der Meinung ist auch Andreas Ibel, Präsident des BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen e.V.

In seinem Kommentar der Zahlen des Statistischen Bundesamtes ergänzt er: “Baufertigstellungszahlen sind ein wesentlich aussagekräftigerer Indikator als Baugenehmigungszahlen. Im Jahr 2017 lag die Zahl der fertiggestellten Wohnungen bei 285.000. Die bislang unveröffentlichten Zahlen für 2018 – so ist schon jetzt absehbar – liegen nur wenig darüber.” Alles keine Anzeichen für eine nachhaltige Entspannung auf dem Markt für Wohnimmobilien.

Die Entwicklung der EPX-Segmente im Detail

Während bestehende Ein- und Zweifamilienhäuser im Preis im Februar 2019 im Vergleich zum Vormonat mit minus 0,62 Prozent vergleichsweise deutlich zurückgingen, wurden neue Ein- und Zweifamilienhäuser und Eigentumswohnung in Deutschland beide fast im Gleichschritt etwas teurer (plus 0,27 bzw. plus 0,28 Prozent). Für den EPX-Gesamtindex ergab dies den kleinstmöglichen Rückgang von 154,15 auf 154,14 Punkte.

Im Vergleich zum Februar 2018 legten die Preise für Eigentumswohnung um 8,97 Prozent, die von Bestandshäusern um 9,34 Prozent und von Neubauhäusern um 5,05 Prozent zu. Für den EPX-Gesamtindex ergab dies im Vergleich zum Vorjahresmonat einen Anstieg um 7,65 Prozent. (fm)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

High on wheels – Cannabis am Steuer

Der 20. April oder “420 Day” ist  für Cannabis-Fans ein Pflichttermin: Denn 420, 4:20 oder 4/20 (engl.: four-twenty) ist in den USA ein Codewort für den Konsum von Haschisch und Marihuana. Hierzulande können Kranke auf Kassenkosten Cannabis als Medizin erhalten und müssen nicht mit Sanktionen rechnen – wenn sie sich an die Vorgaben des Arztes halten und fahrtüchtig sind. Anders sieht es aus, wer zum privaten Vergnügen kifft.

mehr ...

Immobilien

9 Urteile zum Thema Haus, Garten und Co.

Über die langen Monate des Winters konnten es Garten- und Balkonfreunde kaum erwarten, dass sie wieder ihren Lieblingsort betreten können. Sie vermissten das Leben im Freien beziehungsweise – im Falle des Balkons oder der Loggia – fast im Freien. Nun ist das witterungsbedingt wieder möglich, aber damit häufen sich auch entsprechende Streitfälle.

mehr ...

Investmentfonds

Aktienrückkäufe im Höhenflug

Immer mehr Unternehmen kaufen eigene Aktien zurück. 2018 war für die so genannten Share Buybacks ein Rekordjahr, doch vieles spricht für neue Höchstmarken in diesem Jahr. Ein Gastbeitrag von Benjardin Gärtner, Union Investment

mehr ...

Berater

Rente mit 67: Für viele Deutsche steigt das Armutsrisiko

Höhere Altersgrenzen bei der Rente bedeuten nicht unbedingt späteren Erwerbsaustritt. Sollte der Arbeitsmarktboom nicht anhalten, drohen insbesondere Menschen mit geringer Bildung, prekärer Beschäftigung und niedriger Gesundheit große sozialpolitische Risiken. Warum die Politik jetzt handeln muss.

mehr ...

Sachwertanlagen

“Eines der besten Quartale unserer Unternehmenshistorie”

Solvium Capital hat die Vermögensanlage Wechselkoffer Euro Select 5 vorzeitig geschlossen und auch das Angebot Wechselkoffer Euro Select 6 steht kurz vor Schließung. Das Nachfolgeangebot und ein weiteres Konzept sollen in den nächsten Wochen folgen.

mehr ...

Recht

Rente unter Palmen – das müssen Sie wissen

Immer mehr Ruheständler entscheiden sich dafür, ihren Lebensabend jenseits der deutschen Grenzen zu genießen. Was zu beachten ist, damit man im Ruhestandsparadies auch auf die Rente aus Deutschland zugreifen kann.

mehr ...