17. Oktober 2019, 09:45
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Mieter sparen sich arm

Die Ersparnisse von deutschen Mietern schmelzen dahin: Laut einer aktuellen Postbank Umfrage legen sie ihr Geld im Vergleich zu Immobilienbesitzern seltener gewinnbringend an. So öffnet sich die finanzielle Schere zwischen Mietern und Eigentümern immer weiter.

Bildschirmfoto-2019-10-16-um-16 32 37 in Mieter sparen sich arm

Ob Jung oder Alt, Mann oder Frau, Mieter oder Eigenheimbesitzer – Deutschland spart. 74 Prozent der Bundesbürger legen Geld zur Seite, so eine aktuelle Kantar-Emnid-Umfrage im Auftrag der Postbank. Auch wenn einem Mieterhaushalt durchschnittlich nur halb so viel Geld zur Verfügung steht wie dem eines Eigentümers, ist die Zahl der sparenden Mieter mit 72 Prozent fast ebenso hoch wie der Anteil der Eigenheimbesitzer, die Rücklagen bilden (76 Prozent).

Betrachtet man das Sparverhalten allerdings im Detail, zeigen sich deutliche Unterschiede: Während Immobilienbesitzer häufiger in Fondsanteile und Aktien investieren (Eigentümer: 34 Prozent; Mieter: 28 Prozent) und in einen Bausparvertrag einzahlen (Eigentümer: 30 Prozent; Mieter: 20 Prozent), liegen die Ersparnisse von Mietern überdurchschnittlich oft auf dem Girokonto (Mieter: 52 Prozent; Eigentümer: 44 Prozent) oder werden zu Hause verwahrt (Mieter: 22 Prozent; Eigentümer: 14 Prozent). „Wohneigentümer legen ihr Geld gewinnbringender an als Mieter“, erklärt Jörg Koschate von der Postbank. „Mieter verschenken Anlagechancen und verkleinern ihren ohnehin enger gesteckten finanziellen Spielraum so zusätzlich.“

Vermögen mal sieben

Eigentümer sparen zudem nachhaltiger als Mieter: 48 Prozent von ihnen legen Geld für die Modernisierung oder Renovierung von Haus oder Eigentumswohnung zurück, während Mieter in erster Linie für unvorhergesehene Ausgaben sparen (61 Prozent). „Durch Investitionen in die eigene Immobilie schaffen Eigentümer bleibende Werte“, erläutert Jörg Koschate. Offenbar spornt es an, für die eigenen vier Wände zu sparen, denn Immobilienbesitzer bauen im Laufe der Zeit ein deutlich größeres Vermögen auf als Mieter. Laut Statistischem Bundesamt haben Eigentümerhaushalte zwar doppelt so hohe Einnahmen wie Mieter – können aber siebenmal mehr Kapital anhäufen. Tendenz steigend. Zusätzlich profitieren sie von der Entwicklung des Immobilienmarktes. „Während die Belastung für Mieter durch steigende Mieten wächst, erhöht sich das Vermögen von Wohneigentümern dank tendenziell steigender Immobilienpreise“, sagt der Postbank Experte.

Informationen zur Umfrage:

In einer telefonischen, repräsentativen Mehrthemenbefragung im Juli 2019 interviewte Kantar Emnid im Auftrag der Postbank 1.002 Befragte ab 16 Jahren.

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Munich Re fürchtet starke Hurrikan-Saison im Atlantik

Die bevorstehende Hurrikansaison im Nordatlantik wird in diesem Jahr nach Einschätzung von Geowissenschaftlern vermutlich heftiger als üblich ausfallen. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie wären schwere Sturmtreffer auf Land besonders problematisch, warnte der weltgrößte Rückversicherer Munich Re am Freitag.

mehr ...

Immobilien

Nach Neuregelung der Maklercourtage: Forderung nach Sachkundeprüfung für Makler

Durch die Neuregelung der Maklerprovision ist eine Steigerung der Qualität und Professionalisierung der Maklerbranche zu erwarten. Dazu gehört nach Meinung von Re/Max Germany auch ein Examen noch Meisterbrief die für den Maklerberuf bislang nicht nötig seien.

mehr ...

Investmentfonds

Wie wahrscheinlich sind negative Zinssätze?

Negative Zinssätze sind wieder in den Schlagzeilen. Die Märkte haben begonnen, die Chance einzupreisen, dass sowohl die US-Notenbank als auch die Bank of England gezwungen sein werden, die Zinsen zu senken und die Nullgrenze zu durchbrechen, um ihre Wirtschaft zu stützen und den wachsenden disinflationären Druck auszugleichen. Aber wie wahrscheinlich ist dies und warum wird jetzt darüber gesprochen? Ein Kommentar von Colin Finlayson, Co-Manager des Kames Strategic Global Bond Fund

mehr ...

Berater

Corona: KI als Sofortsicherheit für Soforthilfe

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie sorgen dafür, dass die digitale Transformation an Fahrt aufnimmt. Daraus ergeben sich aber auch neuartige Problemstellungen. Die Betrugsversuche bei den online zu beantragenden Corona-Hilfen zeigen in beispielhafter Weise, welche das sind und wie sie zu lösen wären. Gastbeitrag von Frank S. Jorga, WebID Solutions

mehr ...

Sachwertanlagen

Bisher kaum Corona-Prospektnachträge bei Publikums-AIFs

Nur drei Prospekte von geschlossenen alternativen Investmentfonds (AIFs) für Privatanleger, die vor der Corona-Krise aufgelegt wurden und sich noch in der Platzierung befinden, wurden bislang durch spezielle Risikohinweise zu den möglichen Folgen der Pandemie ergänzt.

mehr ...

Recht

BVDW sieht Gefahr eines „Digitalen Lockdown“

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat sein Urteil im Fall Bundesverband der Verbraucherzentralen gegen die Planet49 GmbH gesprochen. Demnach reicht eine bereits vorangekreuzte Checkbox nicht aus, um den Anforderungen an eine Einwilligung beim Setzen von Cookies zu entsprechen. Dies war zu erwarten. Der BGH hat aber nicht eindeutig darüber entschieden, ob prinzipiell eine Einwilligung des Nutzers für den Einsatz von Cookies zur Erstellung von Nutzerprofilen für Zwecke der Werbung oder Marktforschung  erforderlich ist.

mehr ...