Vor dem Immobilienkauf: 83 Prozent der Interessenten checken die Nachbarschaft aus

Trautes Heim, Glück allein: Das klappt nicht immer, wie hunderttausende Klagen zu Nachbarschaftsstreitigkeiten im Jahr zeigen. Ein ständig bellender Hund oder stinkender Müll können schnell für negative Stimmung unter Nachbarn sorgen. Daher interessieren sich 83,2 Prozent der Kaufinteressenten bereits vor dem Immobilienkauf dafür, mit wem sie es in der Nachbarschaft zu tun haben.

Lediglich 16,8 Prozent wollen nichts über die Menschen nebenan wissen. Was Immobilienkäufer am häufigsten und was eher weniger interessiert, zeigt die aktuelle Online-Umfrage des Full-Service Immobiliendienstleisters McMakler.

Stets ein Auge auf die Nachbarn

„Wer mit dem Gedanken spielt, sich eine Immobilie zu kaufen, legt sich in der Regel für viele Jahre fest, dort zu wohnen. Da sollte es auch mit den Nachbarn passen. Bevor Interessenten also eine Kaufentscheidung treffen, sollten sie sich mit den Gegebenheiten der unmittelbaren Umgebung und Nachbarschaft vertraut machen.

Auch Makler können hier weiterhelfen und Auskunft geben. Viele Umstände, die schnell zu Streitigkeiten führen, können so vermieden werden“, sagt Lukas Pieczonka, Gründer und Geschäftsführer von McMakler.

Glückliches Ehepaar, junge Streithähne oder alleinerziehende Mutter?

Mit etwas über 70,6 Prozent wollen die meisten Kaufinteressenten wissen, wie es um die Familienverhältnisse ihrer zukünftigen Nachbarn bestellt ist. Wohnt nebenan eine Familie mit vielen Kindern, eine alleinerziehende Mutter, ein älteres Ehepaar oder ein junges Pärchen? Die eigene Lebenssituation bestimmt dabei oft die Präferenz.

Am zweithäufigsten mit 63,9 Prozent erkundigen sich zukünftige Hausbesitzer zu den Wegerechten über das Grundstück. Sind diese nicht eindeutig geklärt, sind Konflikte oft vorprogrammiert.

Gartenpflege: Streitpunkt den man vermeiden möchte

Mit einigem Abstand auf Platz drei folgt der Heckenschnitt: Ob und wie der geregelt ist, sorgt bei 33,6 Prozent der Befragten für Beachtung. „Auch, wenn Hausbewohner nicht Wand an Wand wohnen, sondern durch Gärten oder Wege getrennt sind, gibt es Situationen, die zu Streit führen können.

Auf nörgelnde Nachbarn hat schließlich niemand Lust, erst recht nicht, wenn im schlimmsten Fall eine aufgeheizte Stimmung zu Klagen führt“, so der Immobilienexperte von McMakler.

Haustiere und Kinder werden unter die Lupe genommen

Immerhin 27,7 Prozent der potenziellen Käufer interessiert, wie laut die Kinder nebenan sind, während 24,4 Prozent wissen wollen, ob die Nachbarn Haustiere haben. Auch wie die Müllbeseitigung funktioniert und wo die Tonnen stehen, erfragen 21,9 Prozent der Interessenten bei Besichtigungsterminen.

Überraschend ist, dass Fallobst und über den Zaun hängende Zweige sowie Lärm durch Musikinstrumente für viele Kaufinteressenten weniger problematisch sind. Nur 10,9 Prozent beziehungsweise 10,1 Prozent holen dazu Auskunft ein. „Wer eine Immobilie kauft, investiert viel Geld.

Für die meisten ist es die Transaktion ihres Lebens. Daher besser vorab genau schauen, wer nebenan wohnt und abwägen, ob das funktionieren könnte – bevor es später brenzlig wird“, rät Lukas Pieczonka.

Foto: Shutterstock

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