Wohnungsmarkt darf nicht zum Kampfplatz verkommen

Die Mieten steigen und bezahlbaren Wohnraum gibt es immer weniger – so sieht die Realität in vielen deutschen Städten aus. Der Mieterbund will deshalb nun sogar das Grundgesetz ändern. So sprach sich am Mittwoch dessen Präsident Franz-Georg Rips für ein Grundrecht auf bezahlbares Wohnen aus. Jürgen Steinhauser, Geschäftsführer der Real Estate & Asset Beteiligungs GmbH, kommentiert diese Forderung.


Grund für die Forderung sei die bisherige Miet- und Wohnungsbaupolitik, die bislang vor allem aus bloßen Lippenbekenntnissen und mietrechtlichen Kleinstreformen bestehe.

Wenn es nach dem Mieterbundpräsidenten geht, müsse es im Gegensatz dazu nun schnell zu einer vollständigen Neuausrichtung in der Wohnungsbau- und Mietenpolitik kommen – etwa durch Neubau von bezahlbaren Miet- und Sozialwohnungen in Großstädten, eine bundesweite und ausnahmslose Mietpreisbremse sowie ein Verbot für Hauseigentümer, die Grundsteuer auf die Betriebskosten der Mieter umzulegen.

Steinmeier spricht sich für bezahlbaren Wohnraum aus

Auch der Deutsche Städtetag ist bei seiner Hauptversammlung am Mittwoch in Dortmund auf die Probleme im Wohnungsbau eingegangen. Zu Beginn der Tagung unter dem Motto „Zusammenhalten in unseren Städten“ redete auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der sich in seiner Rede ebenfalls für mehr bezahlbaren Wohnraum aussprach.

„Wir müssen verhindern, dass unsere Städte zum sozialen Kampfplatz um das Wohnen werden“, sagte er. Es brauche Mieten „auch um die 6 Euro statt nur jenseits der 16 Euro pro Quadratmeter“, forderte der Bundespräsident weiter. Schließlich sei der Wohnungsmarkt kein Kasino.

Es geht um Objektpflege und Sanierung mit Augenmaß

Dem ist wenig hinzuzufügen. Um solche Quadratmeterpreise zu realisieren, bedarf es jedoch eines Umdenkens. Die Städte dürfen nicht weiter auf Luxus-Apartments setzen, wie man sie vielerorts immer häufiger in Form der boomenden Mini-Wohnungen sehen kann.

Denn fertig eingerichtet, mitunter hochwertig möbliert und mit allerlei Service-Schnickschnack kosten solche Wohnungen mit 30 Quadratmetern dann auch mal schnell mehr als 1.000 Euro monatlich.

Vielmehr muss es um eine normale Objektpflege und Sanierung mit Augenmaß gehen, die, verbunden mit einem klugen Vor-Ort-Service, mitunter sogar schon ab fünf Euro netto pro Quadratmeter realisierbar ist.

 

Foto: Shutterstock

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