Vermögen privater Haushalte: Mit Immobilien wird man reicher

Weil die Durchschnittswerte stark durch Extremwerte beeinflusst sind, halten die Bundesbank-Experten eine andere Auswertung für aussagekräftiger: den sogenannten Medianwert. Er liegt in der Mitte, wenn man die Werte der Größe nach sortiert. Die Haushalte werden in eine reichere und eine ärmere Hälfte geteilt.

Der Medianwert liegt deutlich niedriger als der Durchschnittswert: Netto bei 70.800 (2014: 60.400) Euro. „In der Mitte und im unteren Bereich der Verteilung findet man kaum Haushalte mit Immobilieneigentum und Aktienbesitz“, erläuterte die Bundesbank.

Um zu den zehn Prozent der vermögendsten Haushalte in Deutschland zu gehören, waren im Jahr 2017 den Angaben zufolge gut 555.400 Euro nötig. Das waren knapp acht Mal soviel wie der Median. Der Medianwert ist in Deutschland weiterhin geringer als in anderen Ländern, für die vergleichbare Daten vorliegen. In Italien lag er zuletzt bei 126.000 Euro, in Österreich waren es 83.000 Euro.

In den vergangenen Jahren profitierten den Angaben zufolge allerdings auch Menschen, die zur Miete leben, sowie Haushalte, die zur vermögensärmeren Hälfte zählen, von gestiegenen Einkommen. „Sie versetzen diese Haushalte in die Lage, mehr zu sparen und verringern die Notwendigkeit neue Konsumentenkredite aufzunehmen“, heißt es in der Untersuchung.

Regional gibt es in Deutschland deutliche Unterschiede. So ist der Median im Westen mit 92.500 Euro etwa viermal so hoch wie im Osten (23.400 Euro). Grund sei vermutlich der geringere Anteil an Wohneigentümern in den neuen Ländern. Der höchste Medianwert findet sich in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen mit 139.800 Euro.

Die Notenbank hat die Studie zum dritten Mal durchgeführt. 9.710 Menschen ab einem Alter von 16 Jahren gaben Auskunft über ihr Vermögen: Haus und Auto, wertvolle Sammlungen und Schmuck, Guthaben auf Sparkonten, Bausparverträge, Aktien, Lebensversicherungen. Auf der Soll-Seite: Hypotheken, Konsumentenkredite, Kreditkartenschulden, Bafög-Schulden.

Zwar sei die Vermögensungleichheit im Vergleich zur vorherigen Befragung geringfügig gesunken, heißt es in der Studie. Ein eindeutiger Trend sei aber nicht erkennbar, folgert die Bundesbank: „Nach wie vor ist Deutschland ein Land, in dem die privaten Vermögen ungleich verteilt sind.“ (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

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