12. Juni 2019, 11:51
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Zinsen für Baufinanzierungen tendieren abwärts

Die Europäische Zentralbank hat ihre Forward Guidance angepasst und die Fed bereitet einen geldpolitischen Kurswechsel vor. Bereits vor diesen Bekanntgaben zeigte sich auf dem Anleihen- und Zinsmarkt ein leichter Abwärtstrend.

Ezb-zentralbank-europa-zins-draghi-shutterstock 1035531370 in Zinsen für Baufinanzierungen tendieren abwärts

Die EZB hat den geplanten Zeitraum bis zu einer möglichen Zinserhöhung verlängert. Im Anschluss an die jüngste Sitzung der Notenbankchefs wurde bekannt, dass der Leitzins voraussichtlich bis mindestens zur ersten Jahreshälfte 2020 auf dem aktuellen Niveau verharren wird.

“Überraschung hielt sich eher in Grenzen”

Die Europäische Zentralbank setzte außerdem für die ab Sommer geplanten neuen Langfristkredite für Banken etwas weniger lohnenswerte Konditionen fest als zuvor. Der Zins kann hier bis auf den Einlagensatz zuzüglich eines Aufschlags von 0,1 Prozentpunkten fallen. Bei der vorherigen Runde war kein Aufschlag festgelegt worden. Die Kredite werden für vier Jahre angeboten und sollen die Kreditvergabe der Banken ankurbeln.

„Die Überraschung über die Ausweitung des Zeitraums bis zu einer Zinserhöhung hielt sich eher in Grenzen“, sagt Jörg Haffner, Geschäftsführer der Qualitypool GmbH. „Damit gibt die EZB sich und der Konjunktur mehr Zeit, die wirtschaftliche Schwächephase der Eurozone zu überwinden. Und sie kann die Wirkung ihrer Langfristkredite besser abwarten. Falls weitere geldpolitische Maßnahmen ergriffen werden müssen, wären höhere Strafzinsen für die Banken denkbar. Oder sogar das Szenario, dass die EZB den Leitzins unter null senkt.“

Fed: Erste Schritte in Richtung Zinssenkung

Die Fed unternimmt nach zuletzt längerem neutralen Zinskurs die ersten vorsichtigen Schritte in Richtung Zinssenkung. Laut Fed-Direktorin Leal Brainard ist die US-Notenbank bereits darauf vorbereitet, die Zinsen zur Unterstützung der Konjunktur zu senken. Fed-Chef Jerome Powell gab − etwas vorsichtiger formuliert − bekannt, dass die Fed wie immer angemessen reagieren würde, um den Aufschwung zu stützen.

Zuletzt waren in den USA die Arbeitsmarktdaten deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben, und der Handelsstreit zwischen den USA und China eskalierte weiter. Für die kommende Fed-Sitzung wird allerdings noch keine Senkung erwartet. Nur knapp ein Drittel der Experten rechnet aktuell mit einer Anpassung am 18./19. Juni.

„Für den Zeitraum danach wird eine Zinssenkung wahrscheinlicher – ab Sommer könnte sie Realität werden“, prognostiziert Haffner. „Die vom Fed-Chef vielgepriesene ‚Geduld‘ beim Zinskurs scheint tatsächlich vorbei zu sein. Zumindest nahm Powell diesen Begriff bei seinen letzten Aussagen nicht mehr in den Mund. Ausgangspunkt der Federal Reserve für den geldpolitischen Kurswechsel scheinen übrigens nicht die ständigen Forderungen des US-Präsidenten nach einer Zinssenkung zu sein, sondern die Zuspitzung des Handelsstreits, die am Markt Rezessionsprognosen für 2020 nach sich gezogen haben.“

Bestzinsen für Baufinanzierungen – aktuelle Entwicklung und Ausblick

Die Bestzinsen für Baufinanzierungen entwickelten sich zuletzt leicht unterschiedlich: Die 10-jährigen Zinsbindungen lagen Anfang Mai bei 0,84 Prozent und fielen in den folgenden Wochen auf bis zu 0,68 Prozent. Die 15-jährigen Zinsbindungen sanken konstant von 1,21 Prozent auf 1,08 Prozent Anfang Juni. Beide Zinssätze bewegen sich nahe an ihren Tiefstständen.

„Der Kurswechsel des Fed-Chefs wurde vom Anleihenmarkt antizipiert. Die Rendite für 10-jährige Bundesanleihen fiel schon in den ersten Junitagen auf ein neues Rekordminus von 0,215 Prozent, die 10-jährigen Swapsätze sinken seit Ende Mai kontinuierlich und haben wieder die Tiefststände von 2016 erreicht. Im Moment tendiert der Zins- und Anleihenmarkt also relativ konstant leicht abwärts.“

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Roßbach: Einbeziehung von Selbstständigen in die Vorsorgepflicht

Millionen Selbstständige sorgen weder über die gesetzliche Rentenversicherung noch ein berufsständisches Versorgungswerk vor. Nun fordert die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung, Gundula Roßbach, fordert ein obligatorische, rechtssichere Altersvorsorge für Selbstständige.

mehr ...

Immobilien

Besitz eines Eigenheims erhöht Dating-Chancen

Wer heute Single ist, muss nicht mehr darauf warten, potenzielle Partnerinnen oder Partner im Freundeskreis oder Sportverein kennenzulernen. Dank Onlinedating geht das auch bequem von der heimischen Couch. Aber welche Attribute finden Beziehungswillige besonders anziehend?

mehr ...

Investmentfonds

Ungemach für Apple Pay?

Ein deutscher Gesetzentwurf könnte das heutige Geschäftsmodell von Apple bei seiner Bezahlplattform Apple Pay torpedieren.

mehr ...

Berater

Soliabbau – wer spart und wer nicht

30 Jahre nach dem Mauerfall wird der Solidaritätszuschlag für den Aufbau Ost zum Auslaufmodell. Rund neun von zehn Steuerzahlern müssen ihn ab 2021 nicht mehr zahlen – das hat der Bundestag am Donnerstag beschlossen. Nur Spitzenverdiener werden weiter zur Kasse gebeten. Die Details.

mehr ...

Sachwertanlagen

Marvest startet drittes Crowdinvesting-Projekt

Die auf den maritimen Sektor spezialisierte Online-Plattform Marvest hat ihr drittes Projekt für Investoren veröffentlicht. Die Anleger können über eine “Schwarmfinanzierung” in ein Darlehen für einen Mehrzweckfrachter investieren. 

mehr ...

Recht

Betriebskostenabrechnung: 5 Tipps für Vermieter

Heizung, Wasser, Abwasser, Müllentsorgung, Versicherungen, Gebäudereinigung, Verwaltungskosten, Leerstand und mehr: Was ist umlagefähig, was nicht? Vor dieser Frage stehen Eigentümer von Mietimmobilien spätestens dann, wenn sie die jährliche Betriebskostenabrechnung erstellen und bestimmte Mindestanforderungen beachten müssen. Gerade Vermieter von kleineren Immobilien, die diese selbst verwalten, werden dabei vor einige Herausforderungen gestellt. Der Full-Service Immobiliendienstleister McMakler fasst daher zusammen, was zu einer rechtssicheren und ordnungsgemäßen Betriebskostenabrechnung gehört.

mehr ...