2. April 2020, 14:09
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Digitalisierungs-Turbo: Corona-Krise wird Immobilienmarkt beschleunigen

Die Corona-Krise wird nach Ansicht des Scoperty-CEO Michael Kasch neue Bewegung in den Markt für Wohnimmobilien bringen.

Bildschirmfoto-2020-04-02-um-14 06 18 in Digitalisierungs-Turbo: Corona-Krise wird Immobilienmarkt beschleunigen

Michael Kasch, Scoperty

„Nachdem die Zahl der Transaktionen in den vergangenen Jahren besonders in den Großstädten wegen des abnehmenden Angebots und der hohen Preise nachgelassen hat, wird die Corona-Krise mit hoher Wahrscheinlichkeit Angebot und Nachfrage neu ordnen. Käufer und Verkäufer bewerten ihre Absichten gerade neu“, erklärt Kasch mit Blick auf eine aktuell vom Unternehmen unter Kunden durchgeführte Befragung. Der Experte sieht in der Krise eine Chance.

„Wir erwarten, dass der Markt wieder mobiler wird. Wir sind überzeugt, dass digitale Services wie die Bereitstellung von Schätzwerten mittel- und langfristig auf beiden Seiten zu realistischeren Preisfindungen und dadurch zu mehr Transaktionen führen.“

Wie eine aktuelle Befragung von Scoperty nach dem zweiwöchigen Shutdown des öffentlichen Lebens in Deutschland unter 172 Kunden zeigt, rechnen 60 Prozent der potentiellen Verkäufer in der nächsten Zeit mit niedrigeren Immobilienpreisen. Auch die Verkaufsabsichten werden aktuell neu bewertet. 39 Prozent von ihnen denken aktuell über eine Veräußerung nach und neun Prozent wollen den Verkauf wegen Covid-19 und den Auswirkungen erst einmal verschieben.

Niedrigere Immobilienpreise erwartet

Auch bei den potenziellen Käufern führt die Corona-Krise zu einer veränderten Sicht der Dinge: 76 Prozent rechnen mit niedrigeren Immobilienpreisen. 45 Prozent erklären, dass sie auf fallende Preise hoffen und abwarten. Sechs Prozent haben Sorge vor steigenden Bauzinsen und wollen schnell kaufen. Nur 14 Prozent der Kaufinteressenten bewerten ihre Absichten heute unverändert wie zu Jahresbeginn. 

Kasch: „Ob Kauf oder Verkauf: Wenn Menschen mit ähnlichen Preisvorstellungen zusammenfinden, kommt Bewegung in den Markt, dem es zuletzt an Angebot gefehlt hat. Umso wichtiger ist für alle Beteiligten Markttransparenz und ein guter Überblick über das tatsächliche Marktinteresse.“ Digital ermittelte Schätzwerte ermöglichen Käufern wie Verkäufern nach Meinung des Experten ein tieferes Verständnis des Marktes und die Beurteilung aktueller Entwicklungen wie durch die Corona-Krise. Indem Verkäufer etwa ihr Objekt als offen für Angebote freischalten, können sie das reale Marktinteresse testen. Käufer können durch ein Gebot indes eine Transaktion anstoßen.

Käufer sind verunsichert

„Die Ergebnisse unserer Erhebung spiegeln die Erfahrung unserer Kollegen wider, die derzeit mit vielen Eigentümern, Interessenten und Maklern telefonieren“, sagt Kasch. „Bei den Käufern dominiert zwar die Unsicherheit bezüglich der persönlichen finanziellen Entwicklung, aber sie nutzen auch die Zeit, um neue Wege bei der Immobiliensuche zu gehen. Gut fünf Prozent erklären in der aktuellen Kundenbefragung, dass sie wegen der Krise mehr Zeit zum Suchen hätten. Insgesamt hören wir von vielen Seiten, dass der Kauf zwar verschoben, aber nicht aufgehoben ist.“

Vorteile der Digitalisierung

Eine ähnliche Stimmungslage schildern laut Scoperty viele Makler: „Neben der momentanen Einsamkeit im eigenen Büro entdecken viele Vermittler die Vorteile der Digitalisierung – wie beispielsweise 360°-Videobesichtigungen, bei denen Interessenten ganz alleine und vom Sofa aus das favorisierte Haus oder die Wohnung erkunden können, oder Beratung per Videochats statt persönlicher Kundentermine.“ Ein Ergebnis der aktuellen Krise werde die weitere beschleunigte Digitalisierung der Branche sein“, fasst Scoperty-Geschäftsführer Kasch zusammen.

Foto: Scoperty, Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Führungswechsel bei Mobilversichert

Sechs Jahre nach dem Startschuss verlässt Gründer und CEO Manuel Ströh zum 31. Mai 2020 die Munich General Insurance Services GmbH, die unter der Marke Mobilversichert bekannt ist. Das Brokertech wurde im Februar 2019 von Prinas Montan GmbH, einer Tochter der Degussa Bank, erworben. Der Weggang von Ströh geschieht nach Unternehmensangaben in beiderseitigem Einvernehmen.

mehr ...

Immobilien

Ferienimmobilien: Mallorca bleibt sicherer Hafen im Mittelmeer

Gute Nachrichten für Urlauber und Immobilienbesitzer auf Mallorca: Die beliebte Baleareninsel ist ab 1. Juli wieder ohne Reiseeinschränkung für internationale Besucher geöffnet. Das Interesse der Immobilieninvestoren an der Mittelmeerinsel ist trotz Corona nicht eingebrochen.

mehr ...

Investmentfonds

Die große Loslösung der Märkte von der Realität – was das für Anleger bedeutet

Pascal Blanqué, Group Chief Investment Officer, und Vincent Mortier, Deputy Group Chief Investment Officer, und Ihr Team haben auch für Juni wieder einen Blick auf die Märkte geworfen und vier Verhaltenstipps formuliert.

mehr ...

Berater

Fuest: Soli-Senkung vorziehen

Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts, hat vorgeschlagen, die Senkung des Solis auf den 1. Juli vorzuziehen, den Unternehmen eine erweiterte Verlustverrechnung zu ermöglichen und die öffentlichen Investitionen vorübergehend zu erhöhen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Bisher kaum Corona-Prospektnachträge bei Publikums-AIFs

Nur drei Prospekte von geschlossenen alternativen Investmentfonds (AIFs) für Privatanleger, die vor der Corona-Krise aufgelegt wurden und sich noch in der Platzierung befinden, wurden bislang durch spezielle Risikohinweise zu den möglichen Folgen der Pandemie ergänzt.

mehr ...

Recht

BGH-Urteil: Makleraufträge dürfen sich ohne Kündigung automatisch verlängern

So gut wie alle Maklerverträge enthalten Verlängerungsklauseln – und daran ist in vielen Fällen auch nichts auszusetzen. Der Bundesgerichtshof (BGH) entschied am Donnerstag, dass Immobilienmakler ihre Auftraggeber grundsätzlich über ein halbes Jahr hinaus an sich binden dürfen. Verträge, die sich ohne Kündigung automatisch immer weiter verlängern, seien zumindest dann unbedenklich, wenn der neue Zeitraum nicht mehr als die Hälfte der Grundlaufzeit beträgt, also höchstens drei Monate. (Az. I ZR 40/19)

mehr ...