13. Januar 2020, 14:31
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Wie Europas Immobilienmärkte 2020 ticken

Die Chancen im europäischen Immobilienmarkt werden von der Erwartung eines langfristig niedrigeren Zinsniveaus und den Risiken für die Wachstumsaussichten geprägt. Was das für Anleger bedeutet. Eine Einschätzung von Vivienne Bolla und Souad Cherfouh, Analyst bzw. Research Analyst, Real Estate Investment Strategy und Research bei Aviva Investors.

Aviva Investors Vivienne Bolla-Kopie in Wie Europas Immobilienmärkte 2020 ticken

Vivienne Bolla, Aviva Investors

Vor diesem Hintergrund dürfte die Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Immobilien, die durch nachhaltige Renditeströme gestützt werden, weiterhin groß sein. Anleger sollten jedoch vorsichtig sein, wenn es darum geht, Ertragsrisiken einzugehen oder mit Blick auf das Asset Management ihre weiteren Anlagestrategien nur selektiv einsetzen.

Hinsichtlich einer ausgewogenen Risikobetrachtung ist es angebracht, sich auf erstklassige gegenüber sekundären Standorten zu konzentrieren. Das umfasst auch Standorte mit einem großen Pool an Talenten und wertschöpfender Wirtschaftskraft sowie Unternehmen, die Ballungsvorteile zu nutzen wissen. Paris zeichnet sich als Magnet für globale Talente aus, während Stockholm, Berlin, Amsterdam und Kopenhagen über weltbekannte Kompetenzzentren in digitalen und biotechnologischen Bereichen verfügen. München, Frankfurt und Dublin stehen im globalen Wettbewerb mit pulsierenden Geschäften in den Bereichen Finanzen, Automobil, Informations- und Kommunikationstechnologie, Medien-, Kultur- und Kreativwirtschaft sowie Maschinenbau.

Investoren bevorzugen zunehmend starke Objekte in Top-Lagen

Während die Preisbildung an den Prime-Märkten im historischen Vergleich hoch aussieht, erscheinen die meisten europäischen Märkte auf risikobereinigter Basis angesichts der günstigen relativen Preisbildung, die durch niedrige Staatsanleiherenditen impliziert wird, attraktiv. Generell sind die Logistik- und Büromärkte attraktiver als der Einzelhandel.

Die meisten europäischen Logistikmärkte wurden durch den Übergang zum elektronischen Handel angekurbelt, wobei die niederländische Metropolregion Randstad, Paris und Kopenhagen die Spitzenreiter sind. Die infolge von starken Mietmärkten geprägten Büroflächen in Paris haben nur geringen Spielraum für eine weitere Ausdehnung: dies führt zu einem weiterhin nachhaltigen Mietwachstum. Auch die Aussichten in Kopenhagen, einigen deutschen Städten, Amsterdam und Lyon sind ebenfalls positiv. Auch wenn hier verglichen mit Großbritannien weniger Einzelhandelsimmobilien neu bewertet wurden, wird dies künftig auch jenseits der Top-Lagen der Fall sein, da Anleger zunehmend attraktive Immobilien in guter Lage bevorzugen.

Nach vorne blickend erwarten wir, dass sich mehr Anleger fragen werden, was ihre Immobilienallokationen über die finanziellen Erträge hinaus leisten können. Anleger sind zunehmend besorgt, wie sich ihre Investitionen auf ökologische, soziale und gesellschaftliche Aspekte (ESG) auswirken. Sie suchen nach Möglichkeiten, die Infrastruktur Europas zu verbessern und einen gesellschaftlichen Nutzen zu stiften. Eine langfristige und unmittelbare Eigentürmer-orientierte Denkweise einzunehmen, ist dabei unerlässlich.

Foto: Aviva Investors

 

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