12. Februar 2020, 06:11
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Wohnungsfrage beschränkt sich nicht auf die Zahl der Baugenehmigungen

Das Wohnen hat einen enormen Einfluss auf das individuelle Lebensglück. Ein Zuhause ist ein Rückzugsort, ein Platz, an dem wir uns von der Außenwelt, die manchmal hart ist und anstrengend, erholen und Kraft tanken können, um es bald wieder mit ihr aufzunehmen. Wer gut wohnt und sich in seinem Wohnumfeld wohlfühlt, ist gleichzeitig deutlich zufriedener mit dem Leben im Allgemeinen, wie eine Studie im Auftrag von Bonava ergeben hat. Dieser Befund ist ein Auftrag an Stadtplaner und Projektentwickler, und er ist eine enorme Herausforderung.

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Es gibt dabei zwei Schwierigkeiten. Erstens sind Menschen in ihren Sehnsüchten durchaus widersprüchlich; beispielsweise zieht es zwar immer mehr Haushalte in die Städte, zugleich aber werden Ruhe und Naturnähe als die wichtigsten Faktoren für ein gesundes Wohnumfeld benannt. Zweitens lässt sich individuelles Glück manchmal nur schwer mit gesellschaftlichen Notwendigkeiten vereinbaren; es gibt keine glücklichere Bevölkerungsgruppe als die Eigentümer von Einfamilienhäusern, jedoch sprechen Bauland- und Wohnraummangel aus gesellschaftlicher Warte für Mehr- statt Einfamilienhäuser.

Die soziale Frage mit den individuellen Bedürfnissen zu verbinden muss deshalb das Ziel von Politik und Wirtschaft sein. Die schiere Existenz von mehr Wohnraum, worauf sich die Wohnungsdebatte schon so lange konzentriert, ist zwar wichtig, natürlich, aber damit allein ist es eben nicht getan, um echte Zufriedenheit in den Wohnquartieren herzustellen. Jeden Monat werden landauf, landab die Baustatistiken analysiert und es wird geprüft, ob die Quantität stimmt; die Wohnqualität hat man dabei aber selten im Blick.

Die erste genannte Herausforderung, die Widersprüchlichkeit der individuellen Wünsche, lässt sich auf Entwicklerseite durchaus lösen. Durch Lärmschutz, Begrünung, Beleuchtung und durchdachte Architektur lässt es sich auch in der Stadt ruhig und sicher leben. Zweiteres, die Vereinbarkeit des Sozialen und des Individuellen, ist schon komplexer: Nicht jeder kann in einem Einfamilienhaus leben, schon aus Mangel an Grundstücken nicht.

Aber Wohneigentum kann gefördert werden – Eigentümer sind in ihrem Wohnumfeld glücklicher als Mieter. ÖPNV-Zugang und Zugänglichkeit mit Fahrrad oder zu Fuß können verbessert werden. Die Anbindung an Supermärkte sowie medizinische und soziale Einrichtungen kann erleichtert werden – da klaffen bei den Befragten noch Lücken zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Das alles sind die Aufträge an Stadtplaner und Projektentwickler – und nicht allein die Schaffung von mehr Wohnraum.

Autorin Sabine Helterhoff ist Vorsitzende der Geschäftsführung von Bonava Deutschland GmbH.

Foto: Shutterstock

 

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