DAI: Deutsche Anleger sind aktienscheu

Die Börsenturbulenzen in Folge der weltweiten Kreditmarktkrise haben im Jahr 2007 zu einer regelrechten Flucht der deutschen Privatanleger vor Aktien geführt: Nur noch rund 3,8 Millionen Deutsche oder 5,8 Prozent der Bevölkerung hielten zum Jahresende direkt Aktien in ihren Depots, wie das Deutsche Aktieninstitut (DAI), Frankfurt/Main, mitteilt.
Damit liegt die Zahl der direkten Aktionäre niedriger als im Jahr 1992. Zu Zeiten der Interneteuphorie im Jahr 2000 seien es noch fast 2,5 Millionen mehr gewesen. „Diese Entwicklung ist vermögens- und gesellschaftspolitisch dramatisch“, erklärte DAI-Präsident Max Dietrich Kley auf der Jahrespressekonferenz in Frankfurt/Main.

Daher forderte Kley die Politik auf, aktiv gegenzusteuern, um die Aktienakzeptanz wieder zu steigern. So solle unter anderem die Mitarbeiterbeteiligung in Unternehmen gefördert werden. Zudem bekräftigte der DAI-Präsident die Kritik des Institutes an der Abgeltungssteuer, die Anfang 2009 in Kraft treten soll. Das DAI fürchtet dadurch einen Wechsel von der Aktien-Direktanlage in andere Anlageformen, da Aktienerträge durch die Steuer besonders stark belastet würden. Die Belastung aus der Abgeltungssteuer müsse auf maximal 20 Prozent gesenkt werden, forderte das DAI. Sollte das nicht erreicht werden, schlägt das Institut ein Sofort-Reparaturprogramm vor, das unter anderem die Verrechnung der Verluste aus Aktiengeschäften mit sonstigen Kapitalerträgen und eine deutliche Erhöhung des Sparer-Pauschbetrages vorsieht. (af)

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