Anzeige
23. Juni 2008, 00:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Dexia-Marktausblick: Weltwirtschaftswachstum in Gefahr

Ein weiter ansteigender Erdölpreis und eine weiterhin zurückhaltende Kreditvergabepolitik der Finanzindustrie könnten das Weltwirtschaftswachstum stark beeinträchtigen. Zu dieser Einschätzung gelangt Anton Brender, Chief Economist bei Dexia Asset Management, der zentralen Vermögensverwaltung des internationalen Finanzkonzerns Dexia, Brüssel.

Die Weltkonjunktur habe zuletzt bereits deutlich an Schwung verloren, allerdings seien die Befürchtungen vieler Experten noch nicht bestätigt worden, so Brender. In den Schwellenmärkten sei das Wachstum bislang ungebrochen stabil und auch im Euro-Raum habe sich die Wirtschaftstätigkeit positiv entwickelt. Trotz eines rückläufigen Wachstumstrends aufgrund schrumpfender Wohnbauinvestitionen und sinkenden Konsumausgaben sei der große Einbruch auch in den USA ausgeblieben.

USA: Abschwung und Stagnation wahrscheinlich

Das robuste Wachstum in der restlichen Welt habe den USA zu einem starken Exportanstieg verholfen, ein wesentlicher Faktor sei in diesem Zusammenhang auch die anhaltende Dollarschwäche. Über die nächsten Monate werde die US-Konjunktur durch die jüngsten wirtschafts- und finanzpolitischen Anreize durch die US-Regierung und die Zentralbank Fed gestützt, ein weiteres Einbrechen des Konsums sei insofern nicht zu befürchten. Obwohl Brender den USA für 2009 ein Wachstum von fast zwei Prozent zutraut, bewertet er die gesamtwirtschaftliche Lage als fragil.

Grund dafür sei der US-Immobilienmarkt, der bei weiter sinkenden Preisen dafür sorge, dass Hypotheken von Haushalten nicht bezahlt werden können und so auf den Konsum drücke. Die Konsequenz – heftiger Abschwung und jahrelange Stagnation ? hält der Dexia-Ökonom derzeit für das wahrscheinlichste Szenario.

Euro-Zone: Robustes Wachstum unter Vorbehalt

Auch bei den Wachstumsaussichten im Euro-Raum ist Brender skeptisch. Zwar hätten sich die europäischen Märkte bis Frühjahr 2008 widerstandsfähig gegenüber den weltweiten Finanzmarkt-Turbulenzen gezeigt, inzwischen zeichne sich aber eine Trendwende ab. Die steigenden Rohstoffpreise würden die Kaufkraft der Haushalte mindern. Diese negativen Effekte auf das Konsumwachstum würden zwar weitgehend durch die wachsende Zahl neuer Arbeitsplätze aufgefangen, dennoch stellten sie mittelfristig ein Risiko dar.

Als Gefahr für das Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone bezeichnet Brender neben der Entwicklung der Rohstoffpreise das finanzielle Umfeld. Für eine anhaltende restriktive Kreditvergabe der Banken sei Europa nicht gut gewappnet. Die geld- und haushaltspolitischen Spielräume seien begrenzt. Die EZB solle bei einem eventuellen inflationsbedingten Politikwechsel behutsam vorgehen. Der Dexia-Volkswirt rechnet für den Euro-Raum trotz dieser Vorbehalte mit einem Wachstum von nahezu zwei Prozent und zwar sowohl für 2008 wie für 2009. (hb)

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Biotech-Fonds – Kfz-Policen – Versicherungen für Wohneigentum – Family Offices

Ab dem 19. Oktober im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

Hannover Rück erwartet 2018 größeren Ergebnissprung

Der weltweit drittgrößte Rückversicherer Hannover Rück will nach einer absehbaren Gewinndelle 2017 im kommenden Jahr wieder höher hinaus. “Es ist unwahrscheinlich, dass wir 2017 den Gewinn je Aktie steigern”, sagte Vorstandschef Ulrich Wallin am Donnerstag und verwies auf die absehbar hohen Schäden durch Wirbelstürme und Erdbeben.

mehr ...

Immobilien

Anstieg der Immobilienpreise im Norden und Osten verlangsamt

Die Wohnimmobilienpreise steigen weiter. In einigen Märkten zeichnet sich aber bereits ab, dass die Geschwindigkeit, mit der die Preise wachsen, abnimmt. Der Dr. Klein Trendindikator Immobilienpreise Region Nord/Ost hat die Wohnimmobilienmärkte in Dresden, Hamburg, Hannover und Berlin untersucht.

mehr ...

Investmentfonds

LSE-Chef Xavier Rolet verlässt Londoner Börse

Die London Stock Exchange (LSE) verliert Ende 2018 ihren Vorstandsvorsitzenden Xavier Rolet. Der Franzose wollte das Unternehmen bereits nach der gescheiterten Fusion mit der Deutschen Börse verlassen. Rolet schaffte es, den Wert der LSE während seiner Amtszeit zu vervielfachen.

mehr ...

Berater

Company Builder “Finconomy” startet in München

Finconomy ist ein Company Builder für Fin- und Insurtechs, der sich auf B2B-Geschäftsmodelle konzentriert. Das neue Unternehmen hat bereits drei Fintechs gegründet, die sich am Markt etablieren konnten. Bereits Anfang 2018 soll eine weitere Neugründung erfolgen.

mehr ...

Sachwertanlagen

ZBI schließt Fonds 10 und bringt Nachfolger

Die ZBI Fondsmanagement AG aus Erlangen hat den im vergangenen Jahr aufgelegten ZBI Professional 10 nach Ablauf der Zeichnungsfrist Ende September mit einem beachtlichen Volumen geschlossen und nahtlos den Nachfolger in die Platzierung geschickt.

mehr ...

Recht

IDD: Umsetzung könnte in Teilen verschoben werden

Wie der AfW – Bundesverband Finanzdienstleistung e.V. mitteilt, könnte sich der Umsetzungstermin von Teilen der europäischen Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) verschieben. Die delegierten Rechtsakte sollen nach dem Willen des europäischen Parlaments demnach erst im Oktober 2018 in Kraft treten.

mehr ...