Blackrock schwört auf Goldaktien

Der Goldpreis wird weiter steigen. Davon ist die US-amerikanische Fondsgesellschaft Blackrock überzeugt. Dr. Graham Birch, Leiter des Natural Resources Team, erwartet für die Zukunft einen anhaltenden Aufwärtstrend, da die Nachfrage nach Gold das Angebot weiterhin übersteigen wird.

Dank einer kräftigen Jahresendrallye gehörten Goldaktien im Jahr 2008 zu den Minenwerten mit einer starken Wertentwicklung, so der Commodity-Spezialist. Sie fielen trotz der Finanzkrise im Jahresverlauf nur um rund 20 Prozent auf Euro-Basis. Der Goldpreis sei nach Birchs Einschätzung ein Barometer für die Finanzängste, denn seine Höhen und Tiefen träfen mit dem Bankenzyklus zusammen.

„Der Goldmarkt bleibt langfristig eng, denn es gibt kaum Anzeichen für einen nennenswerten Angebotszuwachs“, erklärt Birch. Mitte Januar veröffentlichte die Beratungsfirma GFMS ihren vorläufigen Bericht für den Goldmarkt im Jahr 2008 und stellt einen vierprozentigen Rückgang der Minenproduktion auf 2.385 Tonnen fest, das ist der niedrigste Stand seit 1995.

Minen und Staat geben nichts her

Weitere Resultate: Das südafrikanische Angebot fiel um 14 Prozent, dies ist prozentual der steilste Rückgang seit dem Jahr 1901. Südafrika, das länger als ein Jahrhundert weltgrößter Produzent war, liegt nun bei der Goldproduktion hinter China und den USA zurück. GFMS schätzt für das Jahr 2009, dass die Minenproduktion bestenfalls stabil bleiben wird, während die Goldverkäufe der Zentralbanken bereits um 42,5 Prozent zurückgingen und von europäischen Notenbanken weiterhin nur begrenzte Verkäufe erwartet werden.

Das Angebot begrenzen werde auch der teilweise mangelnde Explorationserfolg der Minenbranche, die im vergangenen Jahr nur etwa 15 Millionen Unzen durch Exploration neu gefunden hat, während die Goldförderung bei rund 80 Millionen Unzen lag. „All dies ist offenkundig ein gutes Umfeld für Edelmetalle, besonders weil der sich zum Goldpreis sehr oft gegenläufig entwickelnde US-Dollar derzeit relativ teuer bewertet wird“, sagt Birch. Andererseits könne jede US-Dollar-Stärke die Entwicklung der Barrenpreise auch wieder belasten.

Blackrock prognostiziert Nachfrageschub

Die Nachfrage nach Schmuck soll nach einem Rückgang in 2008 wieder zulegen. Dafür soll ein langfristig wachsender Wohlstand in den Schwellenländern sorgen, während finanzielle Turbulenzen und der Inflationsdruck gleichzeitig die Nachfrage von Anlegerseite weiterhin stimulieren sollten. 2008 ging die Schmuckabnahme laut GFMS um acht Prozent zurück, Produzenten reduzierten ihre Absicherungspositionen aber um 22 Prozent und nahmen dadurch Gold vom Markt, die Bevorratung mit Barren nahm dagegen um 62 Prozent zu.

Birch rät zum Einstieg: „Die Aktienbewertungen preisen derzeit eher die Fortsetzung eines trostlosen Szenarios ein, und Goldwerte leiden, wie die meisten Aktien, unter dem wahllosen Verkauf liquider Vermögenswerte und den auf breiter Front fallenden Rohstoffpreisen.“ Für Mutige stelle das aktuelle Kursniveau daher eine günstige Kaufgelegenheit dar und Gold sichere das Anlegerdepot ab.

Der Goldpreis soll in der ersten Hälfte des Jahres 2009 in einer Spanne zwischen 750 und 1.080 US-Dollar pro Unze liegen. Eine erneute Bewegung über die Höchstpreise des letzten Jahres könnte angetrieben werden durch Nachfrage, die sich aus der Politik einer Reihe von Zentralbanken ergibt, erwartet Blackrock, warnt aber vor der hohen Volatilität bei Rohstoffaktienfonds. (mr)

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