Ifo-Geschäftsklimaindex klettert langsam weiter

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Oktober weiter verbessert: Der Geschäftsklimaindex des Münchner Ifo-Instituts kletterte um 0,6 auf 91,9 Punkte und konnte damit bereits zum siebten Mal in Folge zulegen.

Damit ist die Stimmung unter den 7.000 befragten Unternehmenschefs so gut wie seit über einem Jahr nicht mehr. Die Unternehmer schätzten sowohl die Lage als auch die Aussichten für die nächsten sechs Monate besser ein als zuletzt.

„Die Erholung setzt sich zögerlich fort“, kommentierte Hans-Werner Sinn, Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung (Ifo), die jüngste Entwicklung in gewohnt behutsamer Manier.

Besonders die exportlastige Industrie bekomme nach dem beispiellosen Absturz im ersten Halbjahr wieder etwas Boden unter die Füße. „Trotz der Aufwertung des Euro sehen die Unternehmen etwas bessere Exportchancen“, sagte Sinn.

Unter den Experten bleibt die Skepsis in Sachen Aufschwung dennoch groß. So geht beispielsweise die Research-Abteilung des Sparkassen-Fondsanbieters Dekabank bestenfalls von einer „mühsamen Erholung“ aus. „Wenn sich dieses Konjunkturszenario für 2010 bewahrheiten sollte, dann ist in der näheren Zukunft mit kaum mehr als einer Seitwärtsbewegung der Geschäftserwartungen zu rechnen – auch Rückschläge sind möglich“, so die Analysten.

Deka-Volkswirt Andreas Scheuerle warnte davor, dass der aktuelle Aufwärtstrend mit „Schlaglöchern“ gespickt sei.

Nach Einschätzung von Ifo-Experte Klaus Abberger hat der gestiegene Optimismus in den Chefetagen indes nichts mit dem Ausgang der Bundestagswahl zu tun. Ausschlaggebend sei vielmehr die weltwirtschaftliche Erholung. (hb)

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