Banken, Bier und Beton

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Cash.: Wie läuft der Kampf um Afrikas Rohstoffe?

Bou-Diab: Der Kontinent verfügt über ein immenses Potenzial an Ressourcen wie Öl, Erdgas, Kupfer, Gold oder Platin. Den Rohstoffhunger Chinas bekommen auch afrikanische Länder zu spüren, die Beziehungen zu zahlreichen Regierungen haben sich intensiviert. Für Explorationsrechte fließen im Gegenzug chinesische Direktinvestitionen in Milliardenhöhe, die denjenigen westlicher Länder oft überlegen sind. Infrastruktur in Afrika wird vom Reich der Mitte nicht nur mitfinanziert, sondern teilweise auch projektiert und mit chinesischen Arbeitern ausgeführt. Der Außenhandel Chinas mit Afrika hat sich zwischen 2004 und 2009 auf über 110 Milliarden US-Dollar verfünffacht. Ihnen folgen Kapitalgeber aus Indien und Singapur, die in Holzwirtschaft, Palmöl oder Straßen- und Hausbau investieren.

Cash.: Was hat die Fußball-WM dem Kontinent gebracht?

Bou-Diab: Im Vorfeld und während der Fußball-WM brachten Infrastrukturausbau, Telekommunikation und Einzelhandel beachtliche zusätzliche Wachstumsimpulse nach Südafrika. Insgesamt wurden mehr als vier Milliarden US-Dollar in den Straßenbau, öffentlichen Verkehr, den Bau von fünf neuen und die Modernisierung von vier bestehenden Stadien investiert. Afrika profitiert aber auch von einer deutlichen Image-Aufwertung, zumal der schwarze Kontinent über mehrere Monate mit seiner positiven Seite im Blickpunkt der Weltbevölkerung gestanden hat.

Cash.: Wie lauten Ihre Ratschläge für Investoren?

Bou-Diab: Dank wirtschaftlicher und politischer Reformen verfügt Afrika heute über eine solidere Basis als noch vor 15 Jahren. Wie in China dürfte auch in Afrika die künftige Wirtschaftsexpansion nicht gradlinig verlaufen. Auch politische Rückschritte können durchaus zu temporären Marktkorrekturen führen. Insofern empfehlen wir afrikanische Anlagen Investoren mit Emerging-Markets-Erfahrung und der Bereitschaft, temporäre Verluste auch durchzustehen. Als Anlageperiode nennen wir wenigstens fünf bis sieben Jahre.

Interview: Marc Radke

Fotos: Shutterstock, Bellevue Asset Management

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