Anzeige
Anzeige
3. Juni 2010, 15:52
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Fastenkur für PIGS

Die anhaltenden Spekulationen um Griechenlands Staatsfinanzen haben sowohl dem Euro in den letzten Wochen kräftig zugesetzt als auch den Staatsanleihen der sogenannten PIGS. Die im Englischen wenig schmeichelhafte Buchstabenkombination fasst die Staaten Portugal, Italien, Spanien und Griechenland als die aktuelle Problemzone des Euroraumes zusammen. Aber ist dies auch berechtigt?

Gastkommentar: Gernot Mayr, Raiffeisen Capital Management

Trans in Fastenkur für PIGS

Gernot-mayr-127x150 in Fastenkur für PIGS

Gernot Mayr

Den PIGS ist zweifellos gemeinsam, dass sie von der Krise besonders hart getroffen wurden und dass sie konjunkturell gute Zeiten sowie die Vorteile, die ihnen der Euro in Form stark verbesserter Finanzierungsbedingungen in die Hand gegeben hat, offenkundig nicht ausreichend zur Konsolidierung genutzt haben. Vielmehr wurden Konsum und Staatsausgaben ausgeweitet.

Als Resultat dessen und im Zuge von Wirtschaftsabschwung und Bankenkrise finden sie sich jetzt in einer Situation wieder, die sie nur mittels schmerzhafter und dauerhafter Einschnitte in den Griff bekommen können. Auf fette Jahre folgt jetzt eine Fastenkur. Im Fokus stehen dabei zumeist die aktuell hohen Haushaltsdefizite dieser Länder.

Sofern man diese Niveaus für die kommenden Jahre fortschreibt, wären in der Tat Verschuldungskrisen und massive Zahlungsprobleme eine unvermeidliche Folge. Eine solche Betrachtung übersieht aber, dass die jeweiligen Ausgangspositionen der einzelnen Staaten unterschiedlich sind, ebenso wie ihre individuellen Möglichkeiten, einer solchen Entwicklung entgegenzuwirken. Außerdem sind jenseits der Haushaltsdefizite weitere Faktoren von Bedeutung – beispielsweise die Gesamtverschuldung und die Leistungsbilanz. In dieser Hinsicht schneidet Griechenland am schlechtesten ab.

Spaniens Immbilienkrise macht es nicht besser

Portugal hat mit hohen Budget- und Leistungsbilanzdefiziten zu kämpfen; dafür ist die Höhe der Gesamtverschuldung relativ niedrig. Ähnliches gilt für Spanien, doch kommt hier als zusätzliche Unsicherheitskomponente die massive Immobilienkrise hinzu. Es ist noch immer nicht abschätzbar, welche Verlustrisiken diesbezüglich bei den spanischen Banken nach wie vor verborgen sind und wie stark der Staat eventuell noch einspringen muss. Demgegenüber ist Italien insgesamt schon sehr hoch verschuldet und wird daher ebenfalls nicht um Sparmaßnahmen herumkommen.

Die jüngsten Einspar-Ankündigungen aus Rom kommen daher nicht überraschend. Dafür bewegen sich aber sowohl Leistungsbilanz als auch Budgetdefizit noch in einem verkraftbaren Rahmen. Hinzu kommt, dass Italiens Primärbilanz (Haushaltsdefizit ohne Berücksichtigung der jährlichen Zinslasten) einen Überschuss ausweist. Italien scheint daher in einer vergleichsweise guten Verfassung zu sein und wird – um in der Bildsprache zu bleiben – zu Unrecht mit den anderen PIGS in einen Stall gepfercht.

Wie richtig saniert werden kann, lesen Sie auf Seite 2.

Weiter lesen: 1 2

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 6/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Berufsunfähigkeitsversicherung –Investitionen am Zweitmarkt –Personalplanung – Zweitmarkt

+ Heft im Heft: Cash.Special Investmentfonds

Ab dem 26. Mai im Handel erhältlich.

Cash.Special 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Best Ager – Rentenversicherungen – Riester-Rente – betriebliche Krankenversicherung


Ab dem 18. Mai im Handel erhältlich.

Versicherungen

Verdi will Warnstreiks

Vor der dritten Tarifrunde für die private Versicherungsbranche hat die Gewerkschaft Verdi die Beschäftigten auch in Niedersachsen und Bremen zu Warnstreiks aufgerufen. Damit will die Gewerkschaft am Dienstag den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen.

mehr ...

Immobilien

Risikomanagement bei Immobilienprojekten: Verband fordert einheitliche Standards

Der Bau-Monitoring-Verband (BMeV) fordert einheitliche nationale Standards beim Risikomanagement in der Projektfinanzierung. Dies könne einem deutlichen Anstieg der Kosten für Immobilienprojekte entgegen wirken.

mehr ...

Investmentfonds

Weitere Kürzung der Ölfördermengen spielt Putin in die Karten

Die Opec hat entschieden, ihre Kürzungen bei den Ölförderungen auszuweiten. David Donora, Leiter des Rohstoffbereiches bei Columbia Threadneedle Investments, sieht darin unter anderem einen Vorteil für das Nicht-Mitglied Russland.

mehr ...

Berater

Mehr Durchblick bei vermögensverwaltenden Fonds

Die MMD Multi Manager GmbH hat sich seit Jahren den Themen Transparenz und Vergleichbarkeit für Vermögensverwaltende (VV) Produkte verschrieben. Die MMD-Indexfamilie wird mit Hilfe des IT-Dienstleisters Cleversoft erweitert und vertieft.

mehr ...

Sachwertanlagen

Qatar und Saudi Arabien gehen bei Hapag-Lloyd an Bord

Die Reederei Hapag-Lloyd meldet den Vollzug der im Juli 2016 vereinbarten Fusion mit der arabischen Reederei UASC. Damit ändert sich auch die Aktionärsstruktur des Hamburger Traditionsunternehmens signifikant.

mehr ...

Recht

Kfz-Schadenregulierung: Vorsicht bei Verjährung

Wer Leistungen gegen einen Kfz-Haftpflichtversicherer geltend macht, sollte berücksichtigen, dass eine Verjährungsfrist von drei Jahren gilt. In einem aktuellen Urteil verlor ein Kläger vor dem Bundesgerichtshof, der sich mit der Verjährung verkalkuliert hatte.

mehr ...