11. März 2010, 12:10
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Pioneer Investments: Vertrauensverlust bei Euro und Pfund

Investoren bevorzugen zurzeit skandinavische und asiatische Währungen. So die Analyse der Fondsgesellschaft Pioneer Investments. Während Euro und Pfund unter Druck sind, wird der US-Dollar demnach stabil bleiben.

Euros-shutterstock 9356269-127x150 in Pioneer Investments: Vertrauensverlust bei Euro und PfundWährungsinvestoren fahren laut Pioneer wegen der Finanz- und Wirtschaftsprobleme massiv ihr Euro- und Pfund-Engagement zurück. Der Auslöser sei ein Vertrauensverlust der Marktteilnehmer aus Übersee. “Das ist immer Gift für die Märkte“, sagt Andreas König, Fondsmanager des Pioneer Funds – Total Return Currencies bei der Unicredit-Tochter mit Deutschlandsitz in München.

Der Euro halte sich dafür noch gut: Seit Januar 2010 habe die europäische Währung nur fünf Prozent verloren und kostet damit weiterhin etwa 1,37 US-Dollar. “Das ist nichts Außergewöhnliches. Der Euro kann zwar eine weitere Kursschwäche erleiden, kollabieren wird er aber nicht.”

Fondsmanager König sieht indes auch Chancen: “Die Probleme, die Europa derzeit mit seiner Währung hat, sind nicht unlösbar und der Währungsdruck kann sogar Impulsgeber für nötige Reformen sein.” Zu den Gewinnern zählen momentan die Norwegische und die Schwedische Krone, der Kanadische Dollar und der Schweizer Franken. “Marktteilnehmer bevorzugen derzeit solide Länder mit Schulden- und Haushaltsdisziplin“, so König.

US-Dollar auf der sicheren Seite

Außerdem sollen laut König vor allem Währungen asiatischer Länder profitieren, die sich im wirtschaftlichen Aufschwung befinden, allen voran China. “Neben dem Malaysischen Ringgit, dem Südkoreanischer Won, dem Neuen Taiwan-Dollar, der Indischen Rupie stärkt die Euroschwäche aber beispielsweise auch den Australischen Dollar.”

Dass der US-Dollar wegen der hohen Schulden Amerikas ebenfalls wieder unter Druck geraten könnte, erwartet König nicht: “Derzeit befindet sich der US-Dollar in einem sogenannten Sweet Spot, also einer Situation, in der er bei guten wie schlechten Nachrichten profitiert.“ Das heißt: Erwarten die Marktteilnehmer schlechte Wirtschaftszahlen, werden sie risikoscheuer und verkaufen risikobehaftete Assets, was die Dollar-Nachfrage steigert. Rechnen sie aber mit guten Wirtschaftsnachrichten, geht der Markt von schnellen Zinserhöhungen in den USA aus, was ebenfalls den Dollar stützt.

“Außerdem spricht für den Dollar – anders als beim Euro – der einheitliche Wirtschaftsraum mit einer einheitlichen Politik. Die fehlende politische Union belastet den Euro zusätzlich“, so König. Unterm Strich verspreche das Finanzjahr 2010 erhebliche Schwankungen an den FX-Märkten mit Investmentchancen für Währungen beziehungsweise Währungsfonds. (mr)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Grauer Kapitalmarkt: Anbieter fischen in sozialen Medien

Über Facebook, Instagram & Co. bauen fragwürdige Unternehmen Kontakt zu jungen Interessenten auf und wollen sie für ihre Geldanlagen gewinnen. Die Marktwächter-Experten der Verbraucherzentrale Hessen stellten fest, dass die untersuchten Angebote undurchsichtig sind. Oft scheinen Schneeballsysteme dahinter zu stecken.

mehr ...

Immobilien

Trendbarometer 2019: Es wird nicht so gut bleiben, wie bislang

Der deutscher Gewerbeimmobilienmarkt ist im europäischen Vergleich attraktiv. Stagnierende Margen und die Neugeschäftsentwicklung zeichnen eine leichte Eintrübung. Deshalb rücken nun zunehmend mehr B-Städte in den Fokus. Welchen Einfluss zudem die Digitalisierung besitzt. 

mehr ...

Investmentfonds

Energiewende: Das ist jetzt von Vermögensverwaltern gefordert

Enormer Erfolg grüner Parteien bei den Wahlen zum Europaparlament oder auch die Fridays for Future-Bewegung – das Thema Klimawandel ist in aller Munde. Zugleich mehren sich die Rufe nach stärkeren politischen Maßnahmen. Ein Kommentar von Eva Cairns, ESG Investment Analyst bei Aberdeen Standard Investments.

mehr ...

Berater

Bundesrat billigt neue Regeln für Wertpapierhandel

Ab 21. Juli 2019 gilt europaweit die EU-Prospektverordnung. Sie soll für mehr Anlegerschutz sorgen: durch bessere Informationen bei Angebot und Zulassung im Wertpapierhandel an den Börsen. Die vom Bundestag dazu beschlossenen innerstaatlichen Änderungen hat der Bundesrat am 7. Juni 2019 abschließend gebilligt.

mehr ...

Sachwertanlagen

hep erwirbt ein zweites Solarprojekt in Japan

Der Publikumsfonds „HEP – Solar Portfolio 1“ erwirbt ein zweites Solarprojekt in Japan. Die Fertigstellung der Anlage soll Mitte 2020 stattfinden.

mehr ...

Recht

OLG Celle: Anlagevermittler muss Schadensersatz leisten

Ein Finanzanlagenvermittler ist aufgrund eines Prospektfehlers Schadensersatz pflichtig. Dies urteilt nun das Oberlandesgericht Celle in einem von der Kanzlei Aslanidis, Kress und Häcker-Hollmann geführten Verfahren. Was das Urteil für Andere bedeutet. 

mehr ...