Rohstoffe: Warum der Höhenflug bei Gold, Silber & Co. anhält

Der Goldpreis kratzt erneut am Allzeithoch. Eine Momentaufnahme? Rohstoffexperte Werner J. Ullmann erklärt im Gastbeitrag, warum Staatsschulden, Währungskrisen und Inflationsangst Anleger auch weiterhin in Edelmetalle treiben werden.

goldschatz

In der Finanzkrise haben Staaten und Notenbanken demonstriert, dass sie beliebig Geld und Kredit schaffen können – doch um welchen Preis? Die Verschuldung der Industrienationen, allen voran der USA, bewegt sich in ungeahnte Höhen mit weitreichenden Folgen für die Währungen und Investitionen.

Die Politik des „billigen Geldes“ dauert an

Gleichzeitig erholt sich die Wirtschaft der westlichen Welt nur langsam, und die Politik des „billigen Geldes“ setzt sich fort. Dies schürt die Angst vor Inflation und treibt die Nachfrage nach Gold als sichere und nachhaltige Anlageform. Schwellenländer wie China und Indien wachsen nach wie vor stark und stützen die Rohstoffmärkte auf breiter Basis. Nach Edelmetallen sind aber vor allem nachwachsende Rohstoffe aus Anlegersicht am interessantesten, gefolgt von Energiewerten und nur zu einem gewissen Teil Industriemetalle. Unter Berücksichtigung der generell etwas höheren Volatilitäten an den Rohstoffmärkten investieren Anleger über Rohstofffonds mit relativ wenig Stress.

Durch seine Doppelfunktion als Rohstoff und monetäres Asset kommt Gold schon immer eine besondere Bedeutung zu. Mehr als die Hälfte der Goldnachfrage stammt aus der Schmuckindustrie. Wachsender Wohlstand in den Schwellenländern – insbesondere Indien – schlägt sich also auch unmittelbar auf den Goldpreis nieder. Seit Ausbruch der Finanzkrise wächst am Markt jedoch zunehmend die Erkenntnis, dass es keine nachhaltigere Anlageform als Gold beziehungsweise Edelmetalle gibt. Dies treibt die Investmentnachfrage und beflügelt den Goldpreis.

gold

Bislang wurden große Investitionen in Staatsanleihen geparkt und als sicher bewertet. Dieses Image erhält immer mehr Kratzer, angesichts der aktuellen Verschuldungsprobleme in Ländern wie Island, Dubai, oder jetzt Griechenland. Hinzu kommt der viel wichtigere Aspekt des realen Kaufkraftverlusts des Papiergelds.

Sämtliche Währungen werten seit Jahren ab. Das ist aus den reinen Wechselkursen nicht ersichtlich, sondern an Assets, die nicht beliebig vermehrbar sind. Gold gehört dazu und steigt stetig im Verhältnis zu den Währungen. Gleichzeitig sinkt die Kaufkraft der Währungen permanent. Es wird weiter frisches Geld gedruckt, ohne entsprechendes Wirtschaftswachstum.

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