22. März 2010, 13:19
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Zahltag: Verdienen mit Dividendenfonds

Überhaupt sind die Rendite-Unterschiede zwischen den Angeboten ungewöhnlich groß. Der Dritte auf dem Podest, der LBBW Dividendenstrategie Euroland der Landesbank Baden-Württemberg, verteuerte sich über ein halbes Jahrzehnt lediglich um insgesamt 6,7 Prozent. Das LBBW-Portfolio gehört zu den wenigen Fonds-Methusalems mit zehnjähriger Historie. Über diesen Zeitraum gewannen die Anteile knapp 60 Prozent an Wert hinzu.

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Was hat dem DJE-Fonds die herausragenden Ergebnisse beschert? Eines der Erfolgsgeheimnisse von Fondsmanager Jan Ehrhardt ist, die Titel in seinem Portfolio häufig über mehrere Jahre zu halten und so einen persönlichen Kontakt zu dem Management der Unternehmen aufbauen zu können.

„Insgesamt hat von 2003 bis 2010 in erster Linie unser Stockpicking für die Performance gesorgt. In der außergewöhnlichen Situation 2008 zahlte sich allerdings aus, dass wir unsere Aktienquote anpassen konnten“, erklärt Ehrhardt. Auf rund 50 Prozent hat der Sohn des Unternehmensgründers Dr. Jens Ehrhardt sein Equity-Exposure heruntergeschraubt, als die Börsenkurse damals abschmierten. Inzwischen ist er wieder mit rund 80 Prozent investiert. Für den behutsam anlegenden Ehrhardt bereits ein hoher Investitionsgrad. „Wir haben grundsätzlich eine nennenswerte Cash-Quote, um auf Investmentchancen reagieren zu können. Ein bisschen Pulver halten wir immer trocken.“

Auf seinen Top-Positionen findet sich beispielsweise auch Bilfinger Berger, an dem Ehrhardt trotz übler Schlagzeilen wegen des tödlichen Pfuschs beim Kölner U-Bahn-Bau festhält: Der Mannheimer Baukonzern bietet derzeit 61.000 Arbeitsplätze und arbeitet nach Ehrhardts Einschätzung konsequent an einem zukunftsfähigen Geschäftsmodell. Dazu setzt Bilfinger Berger verstärkt auf Dienstleistungen rund um die Immobilie: Facility Management und andere Service-Angebote sollen für konstante Einnahmen sorgen und von zyklischen Schwankungen unabhängig machen – gute Argumente für konstant hohe Dividenden.

Obwohl die Dax-Konzerne derzeit mit zusammen rund 20 Milliarden Euro etwa dreizehn Prozent weniger an ihre Aktionäre überweisen, entwickeln sich die Ausschüttungen keineswegs in eine Richtung. Während es bei dem weltgrößten Rückversicherer Munich Re nach einem überraschend hohen Milliardengewinn im Krisenjahr 2009 mehr als in den Vorjahren gibt, senkt etwa der Essener Stromproduzent RWE seine Dividende.

Auch der Bankensektor, in vielen Dividendenfonds prominent vertreten und durch seinen Absturz in den Finanzmarkt-Turbulenzen mitverantwortlich für deren durchwachsene Renditen, zeigt ein heterogenes Bild. Einerseits erhöht die französische BNP Paribas nach einem verdoppelten Gewinn im Vorjahr die Auszahlungen um die Hälfte, andererseits knausert die Deutsche Bank. Vorstandschef Josef Ackermann gönnt seinen Aktionären wie im Vorjahr nur magere Dividenden.

Auf klassische Dividendenzahler wie den Chemiekonzern Bayer oder den Kommunikationsriesen Deutsche Telekom ist dagegen Verlass: Die beiden Großkonzerne zahlen großzügig, trotz zum Teil herben Gewinnrückgangs. So soll eine Flucht der Aktionäre in wachstumstarke Titel verhindert werden. „Erstmals in der Geschichte hat die Deutsche Telekom ihre Ausschüttungspolitik bereits bis 2012 festgelegt. Dahinter verbirgt sich eine Dividendengarantie von mindestens 70 Cent pro Aktie“, heißt es von Analysten des Bankhauses Vontobel.

Durch dieses Versprechen entfällt eine wesentliche Gefahr für Dividendenfondsmanager: Sinken Gewinn und Aktienkurs eines Unternehmens und fällt infolgedessen die Dividende flach, müssen sie Titel verkaufen, bevor sich deren Kurs wieder erholen kann.

Blick nach vorn

Im Durchschnitt sollen die Dividenden im Laufe des Jahres wieder um zehn Prozent steigen – vorausgesetzt die Unternehmensgewinne können weiterhin zulegen. Davon ist zumindest ING-Experte Hermie überzeugt: „Aktienorientierte Anleger sollten derzeit vor allem auf dividendenstarke Titel setzen.“ Denn nach einer Phase der Dividendenkürzungen sollten 2010 Ertragszuwächse die Dividendenentwick-lung stützen, sagt Hermie. „Ein gutes Beispiel hierfür ist der US-amerikanische Chiphersteller Intel, der jüngst seine vierteljährliche Dividende im Vergleich zum Vorjahr um 12,5 Prozent steigern konnte.“ Für 2010 erwartet Hermie eine Rendite von 15 bis 20 Prozent an den Aktienmärkten: „Auf die Dividenden wird ein zunehmend größerer Anteil an den absoluten Erträgen entfallen.“

Lesen Sie auf Seite 4, warum mit dem Ende der weltweiten Stützungsmaßnahmen Dividenden-Investments prosperieren werden.

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