ZEW-Konjunkturindex: Börsen-Profis zweifeln am Aufschwung

ausblick negativ

Die Schuldenkrise in Europa drückt den Börsen-Experten mächtig auf die Stimmung. Die Konjunkturerwartungen sind deutlich eingebrochen, wie der ZEW-Index zeigt.

Das Barometer für die Aussichten in den kommenden sechs Monaten sank im Juni auf 28,7 Punkte von 45,8 Zählern im Vormonat. Das teilte das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zu seiner Umfrage unter Anlegern und Analysten mit. Von der Agentur Reuters befragte Experten hatten mit einem Rückgang auf 42,0 Punkte gerechnet.

„Die aktuelle Erholung ist noch fragil. Die Politik ist deswegen gut beraten, die notwendigen Konsolidierungsschritte jetzt festzulegen, aber erst im Jahr 2011 umzusetzen“, sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz.

Die Lage bewerteten die Börsianer dagegen besser. Dieses Barometer kletterte von minus 21,6 auf minus 7,9 Punkte. Experten hatten hier einen Anstieg auf minus 15 Zähler vorausgesagt.

Die Lage an den Finanzmärkten bleibt indes turbulent: Die Ratingagentur Moody’s hat die Kreditwürdigkeit Griechenlands auf Ramschstatus gesenkt und damit erneut Zweifel an einer schnellen Gesundung der Euro-Zone geschürt.

Auch Spanien kämpft weiterhin mit Problemen im Bankensektor und überhöhten Defiziten. Die Regierung in Madrid musste mehrfach Gerüchten entgegentreten, das Land wolle den Euro-Rettungsschirm in Anspruch nehmen. (hb)

Foto: Shutterstock

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