DIW: Aufschwung wird an Kraft verlieren

Der kräftige Aufschwung hat dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) zufolge der deutschen Volkswirtschaft im vergangenen Jahr zwar das stärkste Wachstum seit der Wiedervereinigung beschert. Jedoch warnt ein DIW-Konjunkturexperte vor übertriebener Euphorie.

Taschenrechner Graph StiftSo hat der Aufschwung der deutschen Volkswirtschaft im Jahr 2010 ein Plus von 3,6 Prozent gegenüber 2009 verschafft. Grund dafür sei vor allem die Spezialisierung der Industrie auf international gefragte Investitionsgüter, die sich in kräftigem Produktionswachstum niedergeschlagen habe, heißt es in der Mitteilung des DIW.

Zudem hätten die Unternehmen in der Krise ihre gut ausgebildeten Fachkräfte größtenteils gehalten und durch Ausweitung der Arbeitszeit rasch auf die boomende Auslandsnachfrage reagieren können.

Gleichzeitig warnte DIW-Konjunkturexperte Ferdinand Fichtner vor zu viel Ausgelassenheit: „Nach den vorangegangenen massiven Einbrüchen haben Aufholeffekte einen großen Teil zum starken Wachstum beigetragen und die bislang kräftige Auslandsnachfrage dürfte in Zukunft etwas gedämpfter sein“.

Außerdem werde der Rückgang der Arbeitslosenzahlen in 2011 an Tempo verlieren. Fichtner geht trotzdem davon aus, dass das Wachstum in diesem Jahr einen Wert von 2,2 Prozent erreichen wird. Denn „die wirtschaftliche Erholung steht auf breiter Basis. Neben den Investitionen und dem Außenhandel dürfte der private Verbrauch als Treiber hinzukommen“, sagte er. (ks)

Foto: Shutterstock

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