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28. April 2011, 10:07
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Eine neue Stabilität für die Vermögensanlage

Die Halver-Kolumne

Die Grundsätze der Stabilität sind uns Deutschen schon in die Wiege gelegt worden. Da sich Euroland inzwischen jedoch als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit versteht, kommen auch wir an einer – nennen wir es – Flexibilisierung des Stabilitätsbegriffs nicht mehr vorbei.

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Im euroländischen Rettungsboot gehen jetzt Finanzmarkt- und Konjunkturstabilität eindeutig vor Haushalts- und Preisstabilität. Und genau dieser Paradigmenwechsel hat auch Konsequenzen für die Vermögensanlage.

Bonität nicht mehr das, was sie einmal war

Die Erfüllung der Maastricht-Kriterien – die Älteren unter uns wissen noch, was das war – bleibt auch zukünftig für die Mehrheit der Euroländer ein Märchen ohne Happy End. Natürlich verfügt Deutschland über vergleichsweise stabile Staatsfinanzen. Wie ist aber wohl die Bonität von Onkel Otto aus Deutschland einzuschätzen, wenn er im Bedarfsfall für Tante Fernanda aus Portugal und Onkel Aristoteles aus Griechenland das Portemonnaie zücken muss? Über die in der Portfoliotheorie stark verankerte Aussage, wonach Staatsanleihen risikolos sind, darf getrost zweimal nachgedacht werden.

Inflation als zentrales Anlageproblem

Und was ist mit dem Inflationsdruck? Selbst die EZB kann ihn zur finanziellen Stützung der südlichen und nordwestlichen Familienmitglieder nicht mehr konsequent bekämpfen. Ohnehin scheinen die offiziellen Preisdaten von Inflationsstatistikern zu stammen, die nur von Luft und Liebe leben. Denn wer regelmäßig Essen, Trinken, Heizen, Tanken oder Wohnen muss, sieht die Preise ohne rosarote Brille.

Für Rentenanleger wäre dies alles kein Problem, würde man für die verminderte Bonität bzw. die tatsächliche Inflation durch erhöhte Renditen entschädigt. Genau dies verhindern aber die Renditedrücker der Notenbanken durch ihre planwirtschaftlichen Eingriffe am Rentenmarkt. Schließlich darf die Bedienung der Staatsverschuldung nicht zu teuer werden.

Vergessen wir bitte auch nicht, dass wir bereits bis Oberkante Unterlippe in Staatspapieren investiert sind. So ist die typische deutsche Lebensversicherung, die wohl jeder von uns sein Eigen nennt, schwerpunktmäßig in Staatsanleihen investiert. Und ein durchschnittlicher deutscher Arbeitnehmer, der morgen in Rente geht, blickt auf staatliche Rentenansprüche, die heute einen Wert von circa 120.000 Euro haben.

Mehr Sachkapital wagen

Und was ist die Moral von der Geschicht? Alles in Staatspapiere investieren sollte der deutsche Michel lieber nicht! Hören wir auf die Signale eines gewandelten Stabilitätsbegriffs. Es geht um Inflationsbekämpfung bei besserer Rendite. Das heißt, an verstärkten Investitionen in die sachkapitalistischen Vier – Substanzaktien, Rohstoffe, Edelmetalle und die eigengenutzte Immobilie – führt kein Weg vorbei.

Robert Halver leitet die Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank. Mit Wertpapieranalyse und Anlagestrategien beschäftigt er sich seit Abschluss seines betriebswirtschaftlichen Studiums 1990. Halver verfügt über langjährige Erfahrung als Kapitalmarkt- und Börsenkommentator und ist durch regelmäßige Medienauftritte bei Fernseh- und Radiostationen, auf Fachveranstaltungen und Anlegermessen sowie durch Fachpublikationen präsent.


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Foto: Baader Bank

1 Kommentar

  1. Stabilität, ja für Deutsche im allgemeinen, leider aber nicht für die politische ‘Welt’ oder muß man diese Leute anders titulieren?

    Kommentar von Schwarz Hannes — 29. April 2011 @ 15:00

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