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1. März 2011, 09:52
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Es war einmal die schöne heile Analystenwelt

Die Halver-Kolumne

Nichts gegen Karneval oder Fasching – jedoch ist für mich als Kapitalmarktanalyst spätestens dann Schluss mit lustig, wenn die Großwetterlage an den Finanzmärkten auch karnevalistische Züge, und das ganzjährig, annimmt.

Robert-halver-teaser-Dc1348 in Es war einmal die schöne heile Analystenwelt

Als Rheinländer habe ich naturgemäß nichts gegen Karneval oder Fasching. Diese herrlich irrationale Unverbindlichkeit hat für einen überschaubaren Zeitraum zweifelsohne ihren Charme. Jedoch ist für mich als Kapitalmarktanalyst spätestens dann Schluss mit lustig, wenn die Großwetterlage an den Finanzmärkten auch karnevalistische Züge, und das ganzjährig, annimmt.

Denn bei aller optimistischen Lebensbejahung geht es hier einzig und allein um nüchterne Einschätzungen. Und die sollten auf berechenbaren und konsistenten Verlaufsmustern basieren, so wie es früher einmal war.

Politischer Realitätsverlust

Es fällt aber zunehmend schwer, in der real existierenden Politik bzw. Geldpolitik diese Berechenbarkeit geschweige denn Konsistenz zu erkennen, vor allem in der aktuellen Euro-Politik. Was fällt einem eigentlich ad hoc zu dieser ein? Historisch wegweisende Strategien à la Helmut Schmidt und Valéry Giscard d’Estaing bzw. Helmut Kohl und François Mitterrand zur Integration Eurolands wohl eher nicht. Stattdessen sind heute bizarre Affären von Spitzenpolitikern in den Mittelpunkt der europäischen Diskussion gerückt.

Wie schätzt man überhaupt eine Politik ein, die bei Problemlösungen mit zweierlei Maß misst. Hat es nicht etwas von Realsatire, wenn die Verdoppelung des Volumens des europäischen Rettungsschirms auf 500 Milliarden Euro relativ lautlos durchgewunken wird, die Diskussion um einen paar Euro höheren Hartz 4-Satz aber zu einer deutschen Schicksalsfrage stilisiert wird, die es wert ist, dutzende Sondersendungen im Fernsehen und quälende Talk Shows zu füllen.

Ist es heute nicht mehr diskutabel, dass wir beim Rettungsschirm im Zweifelsfalle finanziell mehrere hundert Mal stärker am Fliegenfänger hängen als bei Erhöhungen von Hartz-4-Sätzen?

Lesen Sie auf Seite 2, wie es Politik und Notenbanken zukünftig mit der Inflation halten werden.

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1 Kommentar

  1. Das Zitat von Helmut Schmidt mit den 5% Inflation und 5% Arbeitslosigkeit muß man um das ergänzen, was H. Schmidt damit erreicht hat: Deutlich mehr als 5% Inflation und deutlich mehr als 5% Arbeitslosigkeit.

    Kommentar von El Padre — 6. März 2011 @ 13:47

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