5. Mai 2011, 15:53
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Institutionelle Investoren: Euro überlebt

Die europäische Gemeinschaftswährung Euro wird nicht scheitern. Davon sind vier von fünf institutionellen Investoren in Europa überzeugt, wie eine aktuelle Studie von Allianz Global Investors zeigt.

Utermann-Andreas-AGI-online-127x150 in Institutionelle Investoren: Euro überlebt

Andreas Utermann, Allianz GI

Befragt wurden institutionelle Anlegern – mehrheitlich Pensionsfonds – in elf europäischen Ländern. Rund 80 Prozent erwarten ein Fortbestehen, nur knapp vier Prozent ein Scheitern der Gemeinschaftswährung.

Die Tochter des Allianz-Versicherungskonzerns interpretiert die rund 16 Prozent der Befragten, die unentschieden sind, als Zeichen für eine große Unsicherheit unter den Profianlegern.

Das Thema Umschuldung ist kein Tabu mehr: Knapp zehn Prozent der Umfrageteilnehmer halten einen Schuldenschnitt in einigen Ländern der Euroland-Peripherie für möglich. Allianz Global Investors (AGI) selbst hält dagegen einen Zahlungsausfall Griechenlands oder eine Umstrukturierung der griechischen Staatsschulden vor dem Jahr 2013 für unwahrscheinlich.

Schockwellen sollen vermieden werden

“Wie das jüngste Rettungspaket für Portugal gezeigt hat, versuchen die politischen Entscheidungsträger in Europa die Schockwellen eines Zahlungsausfalls zu vermeiden, um die Erholung des europäischen Bankensektors nicht zu gefährden, so die Experten der Fondsgesellschaften”, sagt AGI-Geschäftsführer und Aktienchef Andreas Utermann: “Zwar ist der für eine Stabilisierung der Staatsschulden notwendige Primärüberschuss von rund acht Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Griechenland ein äußerst ambitioniertes Ziel. Die politischen Entscheidungsträger werden allerdings versuchen, Zeit zu gewinnen, damit der Finanzsektor seine Bilanzen und Griechenland seinen Primärhaushalt weiter verbessern kann.”

Die Europäische Zentralbank habe mehrfach darauf hingewiesen, dass eine übereilte Umschuldung zu einer erneuten Finanzkrise führen könnte, weil die Banken – vor allem in Griechenland selbst – aufgrund des Abschreibungsbedarfs auf die von ihnen gehaltenen Zinspapiere stark getroffen würden. Darüber hinaus würde eine Umschuldung von den Märkten nicht als glaubhaft angesehen, solange Griechenland keine Primärüberschüsse erzielt, und aktuell sei dies noch nicht der Fall, so Utermann.

Kleine Schritte verbilligen Rettung

Stattdessen erwartet der AGI-Geschäftsführer “kleine Schritte: Dies kann etwa eine Reduktion der Zinssätze für den Rettungsfonds sowie eine Verlängerung der Laufzeiten sein, um die Kosten einer Rettung zu verringern. Derartige Maßnahmen könnten sogar auf freiwilliger Basis stattfinden.“

Weitere Umfrageergebnisse: Die Befragten halten eine fortschreitende wirtschaftliche und politische Integration in der Eurozone für wahrscheinlich. Darüber hinaus erwarten viele eine strengere Regulierung sowie eine stärker zentralisierte Fiskalpolitik, was mit einem Zuwachs der Kompetenzen und Verantwortlichkeiten der Europäischen Zentralbank verbunden sein könnte.

Die Studie wurde unter mehr als 150 institutionellen Investoren in Europa durchgeführt, die Gelder in Höhe von insgesamt rund 990 Milliarden Euro verwalten. (mr)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 02/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Denkmalobjekte – Betriebsrente – Digital Day 2019

Ab dem 24. Januar im Handel.

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Versicherungen

Trotz 2. Liga: Die Nürnberger bleibt der Sponsor des 1. FC Nürnberg

Auch wenn es sportlich derzeit beim 1. FC Nürnberg definitiv nicht rund läuft. Die Nürnberger Versicherung bleibt dem noch Mitglied der 1. Bundesliga auch künftig treu und verlängert sein Engagement als Haupt- und Trikotsponsor um weitere drei Jahre.

mehr ...

Immobilien

Baufinanzierung: Brexit-Chaos hält die Zinsen niedrig

Eigentlich sollte Großbritannien am 29. März aus der EU austreten. Nun wird eine Fristverlängerung angestrebt, doch auch der an den Finanzmärkten gefürchtete harte Brexit ist noch möglich. Wie sich all das auf die Bauzinsen auswirkt, erklärt Michael Neumann von Dr. Klein.

mehr ...

Investmentfonds

Anleger: Risiken richtig steuern

Anfang 2018 strotzten die Anleger vor Zuversicht, mussten sich in der Folge jedoch auf bescheidenere Renditen und höhere Volatilität einstellen. Wie jetzt das Risikomanagement aussehen sollte.

Gastbeitrag von Michaël Lok, Union Bancaire Privée (UBP)

mehr ...

Berater

Raus aus dem Handlungskorsett, rein in die Selbstreflexion!

Nach der Industrialisierung bildet die Digitalisierung den wohl epochalsten Einschnitt für die Arbeitswelt. Entscheider sollen möglichst international, generationenübergreifend und hypervernetzt führen und das im 24/7-Modus.

Gastbeitrag von Ilona Lindenau, Business-Coach

mehr ...

Sachwertanlagen

BFH kippt den Bauherrenerlass

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat eine uralte steuerliche Restriktion für geschlossene Fonds kassiert. Darauf weist die Beratungsgesellschaft Baker Tilly jetzt hin. Es gibt Vorteile für die heutigen Fonds, aber auch eine Fußangel.

mehr ...

Recht

Widerrufs-Joker: Gericht weist Musterklage ab

Die bundesweit erste Musterfeststellungsklage von Verbrauchern gegen ein Unternehmen scheitert vor Gericht an einer formalen Hürde. In Deutschland gibt es die Musterklage erst seit vergangenem November.

mehr ...