31. Oktober 2011, 13:28
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Interview auf der DKM 2011 mit Hans-Jörg Naumer, Allianz Global Investors

Hans-Jörg Naumer, Leiter Kapitalmarktanalyse bei Allianz Global Investors, spricht mit Cash. auf der DKM 2011.

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Investmentbanken vs. Geschäftsbanken

Für Hans-Jörg Naumer ist die viel diskutierte Trennung der Investment- von der Geschäftsbankensparte nur eingeschränkt geeignet, die Märkte vor Spekulationen zu schützen.
Darüber hinaus macht die Kombination beider Bankensparten zur Erreichung von Ertragsstabilität und einer geringeren Anfälligkeit gegenüber Schwankungen durchaus Sinn. Die Kostenbelastung ist unter Umständen bei Privatkunden geringer, da Losgrößeneffekte im Handel durch die Investmentbanken weitergegeben werden.

Eine praktikablere und effizientere Lösung, die 2008 bereits für Diskussionsstoff sorgte, aber nicht weiterverfolgt wurde, ist eine globale Regulierung der Kapitalmärkte.
Ziel ist die Schaffung eines globalen Ordnungsrahmens, der die Risiken transparenter und bisher kaum regulierte Märkte, wie z. B. die CDS-Märkte, strukturiert und übersichtlicher macht.

Hierfür spricht auch, dass es sich bei der Pleitebank Lehman Brothers um ein reines Investment-Institut handelte, ohne Geschäftsbankensparte.

Aktieninvestitionen lohnen sich wieder

Auch wenn der Trend hin zu Sachwerten geht, plädiert Hans-Jörg Naumer für ein höheres Engagement der Anleger am Aktienmarkt. Seiner Ansicht nach ist es ein günstiger Zeitpunkt einzusteigen, wenn die meisten davon abraten. Dies sei ein Indiz dafür, dass alle Anleger bereits verkauft haben.

Zwei Kennzahlen unterstreichen diese Aussage:

-Die Dividendenrendite bei europäischen Standardwerten liegt bei ca. 4%. Im Vergleich wird bei deutschen Staatsanleihen (10 Jahre) eine Rendite von lediglich 2,2% erwirtschaftet.

– Das Kurs-Buchwert-Verhältnis von Standardwerten im Euroraum beträgt 1,1. Dies bedeutet, dass der reale Wert der Firmen in etwa ihrem Kurswert entspricht. Eine niedrigere Bewertung ist demzufolge kaum möglich.

Keine Risikoprämie ohne Risiko

Naumer prophezeit eine zunehmende Wahrscheinlichkeit des Auftretens von schwarzen Schwänen (unvorhergesehene, meist negative, Ereignisse an den Märkten).
Dafür spricht die starke Verflochtenheit zwischen den einzelnen Volkswirtschaften und die hohe Komplexität auf den Kapitalmärkten.

In diesem Zusammenhang sind zwei grundsätzliche Überlegungen wichtig:

-Volatilität ist per se ein Risiko, allerdings ist das Eingehen von Risiken wichtig, um eine entsprechende Risikoprämie erwirtschaften zu können. Besonders bei der Altersvorsorge reichen die sicheren aber mit einer niedrigen Risikoprämie ausgestatteten Staatsanleihen nicht aus.

-Somit ist eine strategische Allokation des Kapitalportfolios fundamental, um mit Kursschwankungen verbundene Risiken abfedern zu können.

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