Privatanleger zocken mit Griechen-Bonds

Die deutschen Privatanleger lassen sich ihren Optimismus vorerst nicht nehmen und setzen weiter stark auf Direktinvestments in Aktien und Anleihen – insbesondere auf Griechenland-Anleihen. Investmentfonds bleiben dagegen auf der Verkaufsliste.

griechenland rettungsschirmDas zeigt der Brokerage Index der Quickborner Comdirect Bank. Für Juni weist das Barometer einen Stand von 92,8 Punkten (Mai: 98,9 Punkte) aus und deutet damit eine insgesamt leicht gesunkene Kaufbereitschaft an – bedingt durch den nach wie vor starken Verkaufstrend bei Fonds.

„Die Kursrückschläge im Juni haben viele Anleger geschickt genutzt und gezielt in Aktien und Anleihen investiert. Offensichtlich erwarten viele einen heißen Sommer an den Börsen und weiter steigende Kurse“, sagt Stefan Wolf, Produktmanager Trading bei der Comdirect.

Mit einem Indexwert von 125,9 Punkten stehen Aktien besonders stark im Fokus (Mai: 105,4 Punkte). „Etliche Anleger schichten derzeit ihr Geld um. Sie verkaufen vorrangig Aktienfonds und legen das Geld direkt in Unternehmensanteile an“, sagt Wolf.

Dementsprechend verharrt der Brokerage Index für Fonds mit 51,1 Punkten nach wie vor auf einem niedrigen Niveau und signalisiert eine starke Verkaufsbereitschaft für diese Anlageklasse (Mai: 47,4 Punkte). Wie bereits im Vormonat sehen viele Anleger weiterhin gute Chancen bei Rentenpapieren. Mit 129,7 Punkten liegt der Brokerage Index für diese Anlageklasse so hoch wie seit August 2008 nicht mehr.

„Mutige Anleger spekulieren dabei vor allem auf Anleihen aus notleidenden Euro-Staaten. Unter den 20 am meisten gekauften Rentenpapieren waren im Juni acht Griechenland-Bonds sowie einige Irland- Anleihen zu finden“, erklärt Wolf. (hb)

Foto: Shutterstock

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