Studie: Aktienfondsmanager scheitern an Benchmarks

Vor mehr als 30 Jahren stellte Princeton-Professor Burton Malkiel die These auf, Affen würden per Zufall ein besseres Aktienportfolio zusammenstellen, als der durchschnittliche Fondsmanager. Eine neue Studie untermauert den Vorwurf, dass nur wenige Profis ihr Geld wert sind.

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Anhänger der „Catch the Monkey“-Theorie von Malkiel bekommen neues Datenfutter: Eine Analyse der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) und des Instituts für Vermögensaufbau (IVA) zeigt, dass nur 27,5 Prozent der Aktienfonds auf zehn Jahressicht eine positive Managementleistung vorweist.

Als Kriterium legen die Forscher die sogenannte Überrendite eines Fonds nach Kosten zugrunde und stellen diese dem entsprechenden Vergleichsindex gegenüber. Auch über einen Zeitraum von 20 Jahren machen die meisten Fondsmanager dabei eine schlechte Figur.

Laut IVA-Vorstand Andreas Beck bestätigen die Ergebnisse zwar die Kritik am aktiven Fondsmanagement. „Allerdings ist den Produkten zugutezuhalten, dass die meisten langfristigen Fonds – ich spreche hier also nicht von Modeprodukten – mit ihrer Rendite nach Kosten etwas unterhalb, aber noch in der Nähe der Benchmark liegen“, so der Experte.

Außerdem tummeln sich am Kapitalmarkt anscheinend Angebote, die noch schlechter sind. So glaubt Beck, dass selbst ein durchschnittlicher Fonds, der langfristig am Markt besteht, sich in der Regel besser entwickelt als andere Anlageprodukte.

Am besten schnitten der Studie zufolge die Fondsmanager im Bereich Aktien Deutschland ab. Hier schlugen 43,4 Prozent der Fonds auf zehn Jahre die Benchmarks. Dieser Erfolg reduziert sich jedoch auf nur noch 15,4 Prozent der Fonds bei einer 20-jährigen Betrachtung. Für Renten reduziert sich der Anteil erfolgreicher Fonds je nach Kategorie auf 15 bis 25 Prozent. Im Geldmarkt sind demnach sogar nur etwa fünf Prozent der Fonds erfolgreicher als der übrige Markt.

Mischfonds, die Fondsmanagern in der Regel die meiste Freiheit bei der Asset Allokation lassen, schneiden sogar noch schlechter ab: Nur 6,7 Prozent der untersuchten Produkte gelang auf zehn Jahre gesehen eine Überrendite. (hb)

Foto: Shutterstock

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