Aufbruch in Afrika

Die Börsen des Schwarzen Kontinents gehören in diesem Jahr zu den großen Stars am Aktienmarkt. Neben Südafrika buhlen mit Ägypten und Nigeria weitere Länder erfolgreich um die Gunst der Investoren. Dennoch sollten Anleger bei der Wahl ihres Fonds genau hinschauen.

Afrika Schwellenländer

Text: Marc Radke

Bereits im Jahr 1994 fand die Apartheid in Südafrika ihr offizielles Ende. Fortschrittlich erscheint das Land an der Südspitze des Schwarzen Kontinents indes bis heute nicht.

So hat der heimische Minenbetreiber Anglo American unlängst 12.000 Beschäftigte entlassen, weil diese gewagt hatten, für höhere Löhne zu demonstrieren. Der größte Platinproduzent auf dem Globus begründete seine Maßnahmen mit einem Schaden in Höhe von 64 Millionen Euro, den die Streikenden verursacht haben sollen.

Insgesamt haben bis zu 100.000 Menschen ihre Arbeit in Südafrikas Stollen niedergelegt. Bereits im August kam es zu tödlichen Zwischenfällen, als Polizisten gegen streikende Bergleute in der Platinmine Marikana vorgingen. Allein beim bislang blutigsten Aufeinandertreffen wurden 34 Streikende erschossen. Es folgten weitere fatale Auseinandersetzungen. Ein Gewerkschaftsboss wurde Anfang Oktober in seinem Haus umgebracht.

Preisexplosion bei Platin

Die wirtschaftlichen Folgen sind auf dem ganzen Globus zu spüren, weil die Nation am Kap über 80 Prozent der weltweit bekannten Platinvorkommen verfügt. Seit Beginn des Arbeitskampfs im August haben die Preise des Edelmetalls bereits um ein Fünftel zugelegt.

Die gesamte Ökonomie Südafrikas leidet unter den Problemen im Bergbau. Die Währung ist infolge der anhaltenden Arbeitskämpfe in den Gold- und Platinminen in die Knie gegangen. Gegenüber dem US-Dollar rutschte der südafrikanische Rand auf den niedrigsten Stand seit Anfang 2009.

Die Ratingagentur Moody’s senkte die Bonität Südafrikas mit dem Hinweis, dass die Regierung nicht in der Lage sei, während der Streiks die wirtschaftlichen und politischen Probleme des Landes zu bewältigen.

Investoren positiv gestimmt

Südafrikas Präsident Jacob Zuma forderte daher eindringlich ein Ende der Gewalt: „Wir sollten nicht den Eindruck erwecken, eine Nation zu sein, in der ständig gekämpft wird.“

Das sehen auch die großen Investoren so und verkünden stattdessen Fortschritte: „Politische und wirtschaftliche Reformen, Investitionen in die Infrastruktur sowie die hohe Rohstoffnachfrage versetzen den Kontinent in Aufbruchstimmung. Ausländische Direktinvestitionen sowie eine junge Generation von gut ausgebildeten Führungskräften in Politik und Wirtschaft verhelfen einigen Ländern zu ungeahnten Wachstumschancen“, lässt etwa Malek Bou-Diab von Bellevue Asset Management wissen.

Der Fondsmanager des BB African Opportunities hat guten Grund, optimistisch zu sein: Mit seinen Entscheidungen lag er 2012 goldrichtig. Kein Wettbewerber kann mit Bou-Diabs Performance im laufenden Jahr mithalten, mehr als 32 Prozent legte der Anteilspreis seines Fonds zu.

Seite zwei: Lokale Expertise bringt große Investmentchancen

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