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30. Juli 2012, 10:18
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China-Bonds für Privatanleger

Anleihen in chinesischer Währung sind ein schnell wachsender Markt, den auch private Anleger nicht unbeachtet lassen sollten. Das meint Bryan Collins, der für Fidelity Worldwide Investment drei asiatische Rentenportfolio managt.

China

Bryan Collins, Fidelity

Marktkommentar: Bryan Collins, Fidelity Worldwide Investment

Ausländische Privatanleger lassen diese Chancen bislang vielfach ungenutzt. Dank der weiterhin stabilen Entwicklung der chinesischen Wirtschaft und der von der Regierung beschlossenen Internationalisierung der chinesischen Währung gewinnt der Renminbi immer mehr an Bedeutung und kann mit langfristigem Wertsteigerungspotenzial punkten. Davon profitiert insbesondere auch der chinesische Anleihemarkt. Dieser Dim-Sum-Markt, benannt nach den Leckerbissen des Landes, ist zweigeteilt: Während der auf dem chinesischen Festland angesiedelte Onshore-RMB-Markt für ausländische Anleger nur über restriktive Zulassungsverfahren zugänglich ist, können über den Offshore-RMB-Markt in Hongkong auch internationale Emittenten Anleihen in chinesischer Währung begeben.

Gerade der in Hongkong ansässige Markt hat in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum erlebt. Allein seit Januar 2011 hat sich das Marktvolumen mehr als verdreifacht. Waren es früher vor allem staatliche Emittenten und chinesische Banken, so tummeln sich heute auch zahlreiche chinesische “Blue Chips” sowie immer mehr multinationale Konzerne, wie beispielsweise Alstom, BP, Caterpillar oder McDonald’s, auf dem Offshore-RMB-Anleihemarkt.

Auch deutsche Unternehmen wie Volkswagen und die Raiffeisenbank sichern sich Zugang zum chinesischen Kapitalmarkt in der Landeswährung. Damit verschaffen sie sich neue Finanzierungsquellen in einer der größten und wachstumsstärksten Volkswirtschaften der Welt und reduzieren zugleich ihr Fremdwährungsrisiko. Ebenso suchen chinesische Unternehmen nach zusätzlichen Finanzierungsmöglichkeiten, um ihre Abhängigkeit von kurzfristigen Bankkrediten zu reduzieren. Aktuell zählt der Offshore-RMB-Bond-Markt über 120 Anleihen von 80 verschiedenen Emittenten.

Emittenten aus Bank- und Dienstleistungsgewerbe sowie aus der Schwerindustrie machen derzeit den Löwenanteil aus. Doch auch in anderen Branchen bieten sich interessante Optionen. Noch ist dieser Markt vergleichsweise klein. Aber genauso wie China schon in einigen Jahren die USA als stärkste Wirtschaftsmacht überholt haben wird, hat auch der chinesische Anleihemarkt in der Landeswährung gute Chancen, langfristig so groß wie die amerikanischen und europäischen Anleihemärkte zu werden.

Privatanleger können in mehrfacher Hinsicht vom Dim-Sum-Markt profitieren: In Hongkong begebene Renminbi-Anleihen mit Investment Grade bieten neben einer Verzinsung deutlich oberhalb des Niveaus von deutschen und amerikanischen Staatsanleihen auch die Aussicht auf eine Zusatzrendite durch eine langfristige Aufwertung der chinesischen Währung. Zudem sind Renminbi-Anleihen mit guter Bonität weniger volatil als die Anlageklassen asiatischer Investment-Grade-Anleihen insgesamt. Das rasante Wachstum des Marktes garantiert Anlegern eine immer höhere Liquidität und dadurch Flexibilität bei der Anlage. Ein weiterer Pluspunkt sind die niedrige Volatilität und die geringen Wechselwirkungen mit anderen Währungen. Der Zeitpunkt ist also günstig, um in den chinesischen Anleihemarkt einzusteigen.

Autor Bryan Collins ist Manager des Fidelity China RMB Bond Fund, des Fidelity Asian Bond Fund sowie des Fidelity Asian High Yield Fund.

Foto: Fidelity Worldwide Investment

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