Fidelity: Rallye bei Unternehmensanleihen

Die Rallye bei Unternehmensanleihen kann weitergehen. Das sagt David Simner, Fondsmanager des Fidelity Euro Corporate Bond Fund bei Fidelity Worldwide Investment mit Sitz in Kronberg im Taunus.

 

David Simner, Fidelity

„Selten zuvor wurden so viele Euro-Unternehmensanleihen hoher Bonität begeben wie im Vormonat. Der September war der zweitbeste Monat der Geschichte, was das Volumen in Euro begebener Investment-Grade-Anleihen angeht. Glücklicherweise ist das Emissionsniveau von der Nachfrage gestützt. Insbesondere institutionelle Investoren sind im Niedrigzinsumfeld fieberhaft auf der Suche nach Rendite“, so Simner.

Euro-Unternehmensanleihen bieten seiner Meinung nach nicht nur eine wertvolle Einkommensquelle, sondern sind im Vergleich zu Aktien auch weniger volatil: „Eine Reihe von positiven Entwicklungen in Europa führte in letzter Zeit zu einem beträchtlichen Rückgang der Volatilität. Daher erwarte ich auch, dass Investoren, die in US-Anleihen geflüchtet waren, um den Unwägbarkeiten der Eurokrise zu entgehen, nun wieder in europäische Unternehmensanleihen einsteigen.“

Simner vermutet großes Potenzial 

Obwohl der Spielraum für Kursgewinne aktuell nicht mehr so groß sei, böten sich gute Chancen, bei einer sorgfältigen Titelauswahl von attraktiven Bewertungen zu profitieren, so Simner: „Während die Renditeaufschläge in diesem Jahr bereits signifikant zusammengelaufen sind, besteht bei den absoluten Renditen nach wie vor eine ziemliche Bandbreite. Das zeigt, dass der Markt zwischen den Emittenten, die ihre Bilanzstärke verbessert und gehalten haben, und denjenigen, die damit in Verzug sind, differenziert.“

Auf Sektorebene betrachtet übt die Schuldenkrise laut Simer weiterhin beträchtlichen Druck auf die Finanztitel aus. Anleihen von Finanzinstituten bleiben demnach so lange volatil, bis sich eine klare und endgültige Lösung abzeichnet. Allerdings sanieren einige Finanzinstitute ihre Bilanzen schneller oder profitieren stärker von den Rettungsprogrammen als andere: „Daher führt die Sippenhaft, in der der Sektor steckt, auch zu einigen attraktiven Unterbewertungen. Die besten Möglichkeiten liegen jedoch außerhalb des Finanzbereichs. Zwar sind die Renditen auf Anleihen von Unternehmen hoher Bonität stark gesunken. Relativ betrachtet sind die Bewertungen aber noch ziemlich breit gefächert und bieten ein gutes Aufwärtspotenzial und einen Puffer gegen das Risiko einer weiteren Verschärfung der Eurokrise.“

Die aktuelle Phase niedriger Zinsen spreche insbesondere für Investments in Corporate Bonds, erklärt Simner: „Wegen des anhaltenden Niedrigzinsumfelds wird das Einkommen aus Unternehmensanleihen zu einer immer wichtigeren Quelle des Gesamtertrags für Investoren. Entscheidend ist, auf liquide Schuldtitel hoher Qualität zu setzen. Sie bieten Anlegern auch künftig einen zuverlässigen Einkommensstrom.“ (mr)

Foto: Fidelity

 

 

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