5. Juni 2012, 10:33
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Axa IM: Inflation in England bleibt hoch

Obwohl die Inflationsrate in England im April von 3,5 Prozent auf drei Prozent gesunken ist, zweifeln Experten daran, dass die angestrebte Rate von zwei Prozent in absehbarer Zeit erreicht wird.

Inflation„Inzwischen hat sich die Diktion der Bank of England grundlegend gewandelt“, erklärt Mark Allan, Investmentstratege bei der französischen Fondsgesellschaft Axa Investment Managers (Axa IM). Und weiter: „Noch im Februar wies der Governor darauf hin, dass die Anhebung der Mehrwertsteuer sowie der weitgehend unerwartete Anstieg von Einfuhr- und Energiepreisen die Inflationsrate seit Ende 2009 nach oben getrieben hätten. Der hausgemachte Inflationsdruck sei dagegen gedämpft. Wenn man das liest, sollte man meinen, dass die Bank ihre Aufgabe nunmehr darin sieht, die hausgemachte Teuerung – auch Kerninflation genannt – unter Kontrolle zu halten und die Wirkung externer Einflüsse auf die Inflationsentwicklung zu ignorieren.”

Preisdruck aus Schwellenländern ursächlich

Es sei nach Allans Meinung zwar sinnvoll, den Einfluss von Mehrwertsteuererhöhungen auf die Inflationsentwicklung außer acht zu lassen, da diese weniger geld- als steuerpolitische Entscheidungen widerspiegeln. Das gelte jedoch nicht für Energie- oder Einfuhrpreise, so Allan: “So wurde der explosionsartige Anstieg der britischen Einfuhrpreise in den Jahren 2008/2009 von einem dramatischen Wertverlust des Pfund Sterling um 25 Prozent ausgelöst. Der Wechselkurs ist einer der wichtigsten Mechanismen, über den eine kleinere Handelsnation wie Großbritannien geldpolitisch die Realwirtschaft steuert. Die Annahmen im Hinblick auf die künftige Entwicklung der britischen Geldpolitik waren sicherlich nicht der einzige – aber ein wichtiger – Faktor beim Absturz des Pfund Sterling.”

Die Interpretation Allans: Die veränderte Einstellung der Bank, sich stärker  am inländischen Lohn- und Preisdruck zu orientieren, legt nahe, dass die kommenden Jahre so ähnlich wie die letzten paar Jahre verlaufen werden. “Preisdruck aus den Schwellenländervolkswirtschaften wird weiterhin die Inflationsentwicklung in Großbritannien antreiben. Dieser Prozess wird unbeirrbar mit einem Tempo stattfinden, das von der Bank of England ebenso beharrlich unterschätzt wird”, prognostiziert der Axa-IM-Stratege: “Die Inflationsrate dürfte eher bei drei als bei zwei Prozent liegen. Doch solange die Lohninflation nicht steigt, wird das Monetary Policy Committee (MPC) genug Gründe finden, bei einer lockeren Geldpolitik zu bleiben. Andererseits ist mit einer beschleunigten Inflationsentwicklung ohnehin erst dann zu rechnen, wenn das Bankensystem in besserer Verfassung ist.“ (mr)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

“Unsere Wettbewerber sind heute Google, Amazon und Co.”

Im Rahmen des 2. Digital Day, veranstaltet durch Cash., sprachen wir mit dem Vertriebsvorstand der DFV Deutschen Familienversicherung, Stephan Schinnenburg, über den digitalen Transformationsprozess der Versicherungsbranche, die Strategien der DFV und die Wünsche der Vermittler und Kunden in Sachen Antragsprozess und Leistungsabwicklung. Der Talk im Video

mehr ...

Immobilien

Auch ohne Eigenkapital zum Traumhaus?

Noch nie waren die Zinsen so niedrig wie zurzeit und viele Deutsche möchten sich die günstigen Konditionen sichern – auch ohne Eigenkapital. Doch so verlockend eine Vollfinanzierung klingt, zukünftige Eigenheimbesitzer müssen bei dieser Variante auch die Nachteile berücksichtigen.

mehr ...

Investmentfonds

Erster regulierter Handelsplatz für digitale Assets

Nach dem Start des Handels für ausgewählte Nutzer im September steht die Digital Exchange der Börse Stuttgart (BSDEX) nun allen Interessierten in Deutschland offen. An Deutschlands erstem regulierten Handelsplatz für digitale Vermögenswerte können die Nutzer aktuell Bitcoin gegen Euro handeln, weitere digitale Assets sollen hinzukommen.

mehr ...

Berater

Schweizer Verwahrer für “Kryptowerte” will nach Deutschland

Die Crypto Storage AG aus Zürich will eine eigene Präsenz in Deutschland aufbauen und kündigt an, eine Lizenz als “Kryptowerteverwahrer” für digitale Werte wie Bitcoin beantragen zu wollen. Hintergrund sind die neuen gesetzlichen Regelungen in Deutschland ab 2020.

mehr ...

Sachwertanlagen

Wealthcap erwirbt Mixed-Use-Immobilie in Dresdner Zentrum

Der Asset Manager Wealthcap hat die gemischt genutzte Immobilie „Haus am Postplatz” in Dresden mit einer Gesamtmietfläche von mehr als 18.000 Quadratmetern erworben.

mehr ...

Recht

Neues Urteil: Vorsicht bei “Service Calls”

“Service Calls“ eines Versicherungsmaklers können unzulässige Werbung sein. Auf ein entsprechendes Urteil des OLG Düsseldorf vom 19. September 2019 (Az.: 15 U 37/19) hat nun die Rechtsanwaltskanzlei Wirth hingewiesen.

mehr ...