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19. April 2012, 10:31
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Investmentchance Demografie

Die demografische Entwicklung hierzulande und auf dem Rest des Globus birgt zahlreiche Herausforderungen, aber auch eine große Investmentchance, weil sie auf Jahrzehnte alle Wirtschaftsbereiche beeinflusst.

Naumer

Gastkommentar: Hans-Jörg Naumer, Allianz Global Investors

Ende Oktober 2011 war es soweit: Der siebenmilliardste Erdenbürger erblickte das Licht der Welt. Zur Erinnerung: Es dauerte nur 100 Jahre bis sich die Weltbevölkerung von 1,65 Milliarden auf jetzt 7 Milliarden vervierfachte. Diese Entwicklung ist umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass zwischen dem Überschreiten der 500-Millionen-Marke um das Jahr 1500 und der Verdoppelung dieser Zahl auf eine Milliarde Menschen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts mehr als 300 Jahre vergingen.

Die Bevölkerung auf dem blauen Planeten wächst zwar noch weiter, und das vor allem in Asien und Afrika, altert dabei aber doppelt: Die sinkende Geburtenrate fällt mit einer steigenden Lebenserwartung zusammen. Seit 1950 hat die weltweite durchschnittliche Lebenserwartung bei Geburt um 4,6 Monate pro Jahr von 45,4 auf 68,2 Jahre zugenommen. Am stärksten fiel der Anstieg der Lebenserwartung in Asien aus, wo sie in den letzten 60 Jahren um knapp 30 Jahre von 39,9 Jahren auf 69,6 Jahre zugenommen hat.

Demografie ist dabei, neben allen anderen Herausforderungen eine Investmentchance: Sie durchzieht auf Jahrzehnte alle Wirtschaftsbereiche. Dabei gilt: Eine wichtige Komponente des Potenzialwachstums einer Volkswirtschaft ist deren Bevölkerungswachstum. So setzt sich das Pro-Kopf-Einkommen einer Volkswirtschaft, bei gleichbleibenden Kapitalstock und technologischen Fortschritt aus dem Produkt der Arbeitsproduktivität und dem Anteil der beschäftigten Arbeitskräfte an der Gesamtpopulation zusammen.

Anders ausgedrückt: Bevölkerungswachstum bedingt Wirtschaftswachstum – wenn es das Wirtschaftssystem zulässt. Und genau da sind die Wachstumsländer angekommen: In dem sie sich von planwirtschaftlichen Systemen ab- und dem freien Welthandel zuwandten, haben sie die Fesseln des Wachstums abgestreift. Das ist der eigentliche Treiber dieses Aufholprozesses, der an die Frühphase des deutschen „Wirtschaftswunders“ erinnert. Gerade zu Erhards Zeiten trafen Bevölkerungswachstum, Aufholhunger und Marktwirtschaft zusammen.

Hans-Jörg Naumer schreibt als Kolumnist im Cash.-Magazin über aktuelle Themen der Kapitalmärkte. Naumer ist seit 2000 Leiter Kapitalmarktanalyse bei der Allianz Global Investors KAG (AGI), Frankfurt.

Foto: Allianz GI

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