Heiße Performance im kalten Norden

Dank Schuldenkrise in der Eurozone und den USA stehen skandinavische Länder wie Schweden bei Investoren ganz vorn auf der Agenda. Vor allem Rentenfonds liefern außergewöhnliche Renditen.

 

 

Schweden 500x210

Text: Marc Radke

Einsame Holzhütten in mückenreichen Urwäldern, nach der Sauna ein Bad im fast zugefrorenen See und natürlich riesige Elche, die Autofahrer attackieren – niemand kann behaupten, Skandinavien sei für Deutsche Terra incognita. Das sprunghaft gestiegene Interesse seitens der hiesigen Kapitalanleger basierte in den letzten Monaten allerdings weniger auf den bekannten Highlights im Norden, sondern vielmehr auf dem bedrohlichen Schuldensumpf im Süden.

Nachdem anfangs nur Griechenland, Portugal und Spanien negativ auffielen, erschüttern inzwischen auch Frankreich und Italien das Vertrauen von Euro-Anlegern. Schon kurz nach Aufflammen der Euro-Schuldenkrise gingen die Aktienmärkte der sogenannten Piigs-Länder – Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien – in einen Sinkflug über, der bis heute andauert.

Mildes Investmentklima im hohen Norden

Skandinavische Börseninvestments gelten dagegen im internationalen Vergleich als solide. Die Aktienmärkte im hohen Norden haben sich in den vergangenen fünf Jahren deutlich besser gehalten als etwa der europäische Aktienindex Eurostoxx 50. Von den Mitgliedern der Eurozone konnte nur Deutschland mit seinem Leitindex Dax Paroli bieten, der nach den sommerlichen Turbulenzen allerdings auf Sicht von fünf Jahren auch zwölf Prozent im Minus liegt. Im Vorjahr haben die skandinavischen Aktienbörsen mit rund 25 Prozent Performance nicht nur die globalen (plus sieben Prozent) und europäischen Indizes (plus zehn Prozent) geschlagen, sondern selbst die erfolgreichen und wachstumsstarken Schwellenländer hinter sich gelassen, deren Aktienindizes im Schnitt um rund 18,8 Prozent zulegten.

Davon können Anleger, die auf günstige Einstiegskurse und eine schnelle Erholung der europäischen Problemstaaten, allen voran Griechenland, gesetzt hatten, nur träumen. Portugals Börsenindex PSI 20 hat seit Ende 2006 knapp die Hälfte verloren, Italiens sogar rund 60 Prozent. Das griechische Aktienbarometer ging um 80 Prozent in die Knie. Über die ökonomische Schwäche der südlichen Peripherie muss sich nicht jeder ärgern: Dan Sauer führt die Geschäfte der Nordea Fonds Service. Der deutsche Vertriebsarm der Fondsgesellschaft Nordea Investment Funds profitiert, wenn Investoren Geschmack an Kapitalanlagen außerhalb der Eurozone finden. Der nordische Asset Manager legt traditionell ein Schwergewicht auf Fondsangebote, die ihr Anlageuniversum in Dänemark, Finnland, Norwegen oder Schweden haben.

„Skandinavien ist eine der interessantesten Anlageregionen weltweit, nicht nur weil sich nordische Aktien historisch besser als ihre europäischen Pendants entwickelt haben“, sagt Sauer. Aktuell verwalten die Nordmänner ein Vermögen von rund 191 Milliarden Euro. In der nordischen Region haben sie nach eigener Einschätzung mit rund einem Fünftel den größten Marktanteil. Auch in London und New York hat die Investmentfondstochter der schwedischen Nordea Bank Niederlassungen eingerichtet.

Lesen Sie auf Seite Zwei, welche norwegischen Unternehmen besonders aussichtsreich sind.

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