Börse: US-Investoren zunehmend pessimistisch

Der Glaube an weiter steigende Börsekurse schwindet. Der globale Investor-Confidence-Index fällt im Oktober um 5,6 auf 95,7 Punkte. Verantwortlich ist das steigende Misstrauen amerikanischer Anleger.

So sank der lokale Index für Nordamerika kräftig um 17,8 auf 86,5 Punkte. Dagegen stieg das Vertrauen europäischer Investoren um 10,2 auf 111,9 Punkte, das asiatischer Investoren um 0,9 auf 96,2 Punkte.

USA flop, Europa top

Der State Street Investor Confidence Index wurde von State Street Associates und von Harvard-Professor Kenneth Froot entwickelt und basiert auf dem tatsächlichen Kaufverhalten institutioneller Investoren. Ein Stand von 100 gilt dabei als neutral. Bei diesem Wert halten sich Aufstockung und Abbau langfristiger Risikopositionen die Waage.

„Der US-Haushaltsstreit und die zeitweise Stilllegung weiter Teile der Bundesregierung hat institutionellen Investoren den Wind aus den Segeln genommen. Damit sank der Index zum ersten Mal in diesem Jahr in den negativen Bereich“, analysiert Paul O’Connell, der den Index mitentwickelt hat.

„Auch wenn eine Ausweitung der Haushaltskrise fünf Minuten vor zwölf abgewendet wurde, ist institutionellen Investoren klar, dass der US-Haushaltsstreit nicht gelöst, sondern nur aufgeschoben wurde. Wenn der nordamerikanische ICI einen Rekordrückgang verzeichnet und der europäische ICI eine enorme Steigerung aufweist, sagt das mehr als tausend Worte. Die Wahrnehmung der Politik der beiden Regionen hat sich drastisch verändert“, so Michael Metcalfe, Head of Cross Strategy Research von State Street Global Markets.

Investoren setzen seiner Ansicht nach nun auf das Ende der Krise in Europa, was den höchsten Stand des Barometers für die Region seit Juli 2007 erklärt. Die US-Krise dagegen könnte gerade erst beginnen, sofern sich die politische Unsicherheit nicht verringere, so Metcalfe. (mr)

Foto: Shutterstock

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