Fisch optimistisch für Schwellenlandbonds

Fisch Asset Management ist überzeugt, dass der Anleihenmarkt der Emerging Markets sich stabilisiert. Die Neuemissionen dort nähmen bereits Fahrt auf und die Risikoprämien gegenüber US-Bonds seien lukrativ, heißt es von der Schweizer Fondsgesellschaft.

 

Anleihen aus den Emerging Markets litten in den vergangenen Monaten, da sich Negativschlagzeilen über Reformnotwendigkeiten oder abschwächende Lokalwährungen häuften. Auch die Unternehmensanleihen der Schwellenländer in Hartwährungen mit dem Rating „Investment Grade“ konnten sich dem Trend nicht entziehen.

Ratings werden besser

„Viele Anleger sahen den Zeitpunkt gekommen, um die angelaufenen Gewinne mitzunehmen oder umzuschichten. Doch die volkswirtschaftlichen Entwicklungen zahlreicher Staaten innerhalb der Emerging Markets sind stabiler als die Nachrichtenlage im ersten Halbjahr suggeriert hat. Zum Beispiel erhielten die Philippinen nun auch von Moody’s das Rating Investment Grade (IG) – ein Beleg für den ungebrochenen Ratingtrend. Während der Marktnormalisierung im dritten Quartal zeigte sich eindrücklich, dass Hartwährungs-Bonds im Segment IG zu den attraktiven Anleihen gehören. Hinter Hochzinsanleihen generierten sie mit 1,15 Prozent in US-Dollar die zweitbeste Rendite“, analysiert Philipp Good, Senior Portfolio Manager bei Fisch Asset Management.

Positiv nennt Good im September die Entwicklung der Risikoprämien der Schwellenländer-Anleihen, die über den Monat praktisch unverändert blieben, während sich die Risikoprämien der Unternehmensanleihen aus Europa und den USA ausweiteten.

Good: „EM robuster als angenommen

„Unverändert weisen Unternehmensbonds aus den Emerging Markets eine rund 100 Basispunkte höhere Verfallrendite als ihre amerikanischen Pendants auf. Aufgrund der Marktberuhigung und der Ankündigung der US-Notenbank, das Tapering vorerst nicht umzusetzen, hat die Neuemissionstätigkeit wieder Fahrt aufgenommen. Ein interessantes Papier emittierte das chinesische staatliche Unternehmen CNOOC. Die Risikoprämie beträgt 185 Basispunkte gegenüber US-Staatsanleihen gleicher Laufzeit (zehn Jahre). Das entspricht einer Verfallrendite von rund 4,5 Prozent“, so Good.

Und weiter: „Wir rechnen im vierten Quartal mit weiteren interessanten Neuemissionen aus allen Regionen und Segmenten, so dass auf Jahressicht gesehen ein Volumen von über 330 Milliarden US-Dollar erreicht werden kann. Wichtig ist die Titelselektion, da die Märkte bei Negativmeldungen unter Druck geraten können. Doch generell sollten sich Anleiheinvestoren die höhere Verzinsung bei gleicher Kreditqualität sichern. Denn die Schwellenländer sind robuster, als sie derzeit von den Investoren wahrgenommen werden.“ (mr)

Foto: Shutterstock

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