7. Juni 2013, 10:00
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Sustainability: Mit roter Liste zu schwarzen Zahlen

Bei nachhaltigen Investments kommt es auf die richtige Auswahl an. Gute Gründe für verantwortliches Anlegen gibt es genug.

Gastbeitrag von Norbert Wolf, Steyler Bank

Sustainability

“Die Idee einer ethisch verantwortlichen Geldanlage ist älter als der Begriff selbst.”

Die Ölplattform Deepwater Horizon explodierte im April 2010 im Golf von Mexiko. Im März vor zwei Jahren zerstörte ein Tsunami das Atomkraftwerk Fukushima in Japan. Aufgrund zu niedriger Arbeitsschutzstandards starben Ende November 2012 mehr als 100 Arbeiter in einer Textilfabrik in Bangladesch. Und auch der Versandhändler Amazon steht wegen miserabler Arbeitsbedingungen derzeit in der Kritik. Das Thema Rüstungsindustrie darf man ebensowenig außer Acht lassen: Deutschland steht inzwischen an dritter Stelle bei Waffenexporten.

Geld nützlich einsetzen

Diese Liste ließe sich endlos fortführen. Anleger stellen sich berechtigterweise immer häufiger die Frage, ob sie solche Risiken künftig hinnehmen müssen. Aber nach welchen Standards wird Nachhaltigkeit bei Finanzprodukten geprüft und wie streng sind die Ausschlusskriterien? Ist wirklich überall Nachhaltigkeit drin, wo Nachhaltigkeit drauf steht?

Nachhaltigkeit ist als Begriff in aller Munde. Aber wenn es um Nachhaltigkeit geht, denken die meisten Menschen in erster Linie nicht an Geld. Jedoch wird mit diesem vieles bewegt – zum Guten und zum Schlechten. Mit Geld kann man zocken; man kann es aber auch einsetzen, um etwas Nützliches voranzubringen.

In der Vergangenheit waren ethische, ökologische und soziale Belange in der Geldanlage eher ein Randthema, mit denen sich nur wenige Akteure beschäftigt haben. Rentabilität, Verfügbarkeit und Risikostreuung standen im Vordergrund. Lange herrschte die Meinung vor, dass allzu strenge ethische Vorgaben das Anlageuniversum zu sehr einschränkten und eine konsequente Verfolgung von Nachhaltigkeitsaspekten zu Lasten der Rendite ginge.

Aber inzwischen fragen immer mehr institutionelle Investoren, Pensionskassen, Stiftungen und Privatanleger nach, was eigentlich mit ihrem Geld geschieht. Eine Vielzahl von unabhängigen Studien bestätigt inzwischen, dass die Beachtung ökologischer, sozialer und ethischer Kriterien keineswegs geringere Erträge beschert. Die meisten Untersuchungen kommen sogar zu dem Ergebnis, dass die Beachtung nachhaltiger Gesichtspunkte die Anlagerisiken auf lange Sicht reduzieren.

Ursprung der ethischen Geldanlage

Die Idee einer ethisch verantwortlichen Geldanlage ist älter als der Begriff selbst. Der Bankier alter Schulte entsprach dem „ehrbaren Kaufmann“, der sich seinem Kunden, seinem Unternehmen, seinen Mitarbeitern und seiner Stadt verpflichtet sah. Vorreiter bei der Überprüfung von Kapitalanlagen hinsichtlich ethischer Gesichtspunkte waren religiöse Anleger in den USA und in Großbritannien, die Investitionen in sogenannte „sinstocks“ (Sünden-Aktien) verboten. Dies schloss gemäß ihren Moralvorstellungen Investitionen in Waffen, Alkohol, Prostitution und Glücksspiel aus.

Später im Zuge des Vietnamkrieges in den 1970er- Jahren oder der Apartheid-Politik in Südafrika in den 1980er-Jahren wurde der Ruf nach ethisch sauberen Vermögensanlagen größer. In den letzten Jahren weist der Markt nachhaltiger Geldanlagen ein kräftiges Wachstum auf. Allein in den Jahren 2009 bis 2011 ermittelte das European Sustainable and Responsible Investment Forum (Eurosif) ein Wachstum nachhaltiger Geldanlageprodukte von mehr als 90 Prozent in Europa.

Zum Ende des dritten Quartals 2012 waren in Deutschland, Österreich und der Schweiz laut dem Sustainable Business Institute (SBI) 382 nachhaltige Publikumsfonds zum Vertrieb zugelassen. Diese Fonds verwalten rund 34 Milliarden Euro.

Seite zwei: Sustainability: Anlegen mit Moral

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