Das Aktienjahr 2014: Mehr top als flop?

Zwar gibt es die weit verbreitete Meinung, dass der Schuldenabbau, die Sparprogramme und die strukturellen Schwächen in Europa die Konjunktur und die Unternehmensgewinne noch viele Jahre dämpfen werden. Dabei wird allerdings übersehen, dass einige der größten Belastungsfaktoren der letzten Jahre bereits beseitigt sind und Europa bei seinem Kampf gegen wichtige Ungleichgewichte große Fortschritte gemacht hat.

Gerade in den Peripherieländern zeigen die Reformen jetzt erste Erfolge. Die strukturellen Defizite haben sich nach den drastischen Steuererhöhungen und Staatsausgabenkürzungen deutlich verringert und aus Leistungsbilanzdefiziten sind Überschüsse geworden.

Nicht unterschätzen sollten Anleger außerdem die Reformen auf den Arbeitsmärkten. Die Regierungen der Peripherieländer haben zahlreiche Reformen und Gesetze verabschiedet, um das Wachstum zu stimulieren. Dazu zählen auch Arbeitsmarktreformen, die zu einem Rückgang der Lohnstückkosten geführt haben. Schon jetzt exportieren diese Länder wieder mehr und es gibt deutliche Anzeichen für eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit.

2014: Guter (Wieder-) Einstiegszeitpunkt

Alles in allem ist aus Sicht von Invesco das Jahr 2014 für Anleger ein guter (Wieder-) Einstiegszeitpunkt in europäische Aktien. Diese sind – trotz der sehr guten Entwicklung des Aktienmarktes seit Juli 2012 – gemessen an vielen Kennziffern noch immer unterbewertet und die Erwartungen (noch) vergleichsweise pessimistisch.

Nur ein kleiner Teil der bisherigen Fortschritte ist bereits in den Kursen berücksichtigt und die Aussicht auf weitere Verbesserungen wird vom Markt bislang ignoriert.

Alle Entwicklungen zusammen genommen – die Erfolge in den Peripherieländern, insbesondere die Modernisierung und Flexibilisierung der Arbeitsmärkte sowie die Wiederbelebung der Konjunktur – zeigen, dass in Europa die Krisenjahre vorbei sind. Sollte sich in den beiden Schlüsselregionen USA und Europa das positive Potenzial entfalten können, wird das Aktienjahr 2014 eher top als flop.

Autor Alexander Lehmann ist Leiter Wholesale Deutschland und Österreich bei Invesco Asset Management.

Foto: Invesco

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