Warum der Goldpreis kein Beispiel für einen Schweinezyklus ist

2013 erwies sich als eines der enttäuschendsten Jahre für Goldanleger in den vergangenen drei Dekaden. Anleger mit einem längerfristigen Horizont können die Entwicklungen auf dem Goldmarkt allerdings für sich nutzen.

Gastbeitrag von Dr. Joachim Berlenbach, Earth Resource Investment Group

„Seit Beginn des Jahres 2014 hat sich der Goldpreis wieder etwas erholt und im Markt mehren sich die Stimmen, die das schwankende Zusammenspiel von Nachfrage und Angebot mit einem klassischen Schweinzyklus vergleichen. Allerdings gibt es markante Unterschiede.“

Die Tragödie für Goldinvestoren begann am 12. April 2013, als auf einen Schlag 400 Tonnen mit einem Marktwert von etwa 20 Milliarden US-Dollar verkauft wurden.

Dieser erste Schock löste weitere Verkaufswellen aus. Bis Ende 2013 wurden in der westlichen Welt etwa 1.300 Tonnen Gold verkauft und der Goldpreis fiel im Jahresverlauf um 28 Prozent. Entsprechend pessimistisch waren und sind viele Investoren.

Höhepunkt bei Goldnachfrage in China und Indien

Doch viele Anleger aus dem Westen übersehen eine fundamentale Entwicklung: Die Goldnachfrage in China und Indien erreichte 2013 einen neuen Höhepunkt; auch viele Zentralbanken erhöhten weiterhin ihre Goldpositionen. Alleine die chinesische Nachfrage von Privatkäufern wie der Zentralbank stieg auf über 1.000 Tonnen, wovon der Großteil importiert wurde.

Diese positiven Entwicklungen könnten längerfristig ein Katalysator für eine positivere Einstellung von Investoren sein, falls sich der Trend auch dieses Jahr fortsetzen sollte.

Absturz des Goldpreises mit dramatischen Folgen

Für die Produzenten des Edelmetalls hatte der Absturz des Goldpreises dramatische Folgen: Viele Minen schreiben angesichts hoher Gesamtkosten rote Zahlen und mussten ihre Kosten deswegen kurzfristig rapide senken. Dabei wurden vor allem Explorationsprogramme und Investitionen in neue Projekte gekappt.

Gleichzeitig wird auf vielen Minen zuerst das Gestein mit hohen Goldgehalten abgebaut, was kurzfristig hilft, mittelfristig die Kosten aber deutlich steigert, da der Goldgehalt sinkt und für jede Unze mehr Gestein teuer gefördert werden muss. All diese Maßnahmen gehen zu Lasten der längerfristigen Profitabilität der Industrie.

Seite zwei: Goldpreis etwas erholt

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