Anzeige
15. Mai 2015, 08:20
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Goldman Sachs AM: EZB und schwacher Euro als Wachstumstreiber

Suneil Mahindru, Chief Investment Officer für internationale Aktien bei Goldman Sachs Asset Management, kommentiert die Maßnahmen der EZB und die Perspektiven für den europäischen Aktienmarkt.

Europa-unter-Lupe750 in Goldman Sachs AM: EZB und schwacher Euro als Wachstumstreiber

Goldman Sachs Asset Management ist für Europas Aktien bullish.

Während der Bullenmarkt bei Aktien in sein siebtes Jahr geht, nähert sich die Weltwirtschaft gleich mehreren Wendepunkten – und dürfte dabei neue Spitzenreiter an den Aktienmärkten hervorbringen. Geldpolitische Divergenz, der starke US-Dollar, niedrige Ölnotierungen und Strukturreformen beeinflussen die Gewinne und Aktienkurse in besonderer Weise.

Unterscheidung von Aktien und Ländern

Daher unterscheiden wir zwischen Aktien und Ländern und kaufen einzelne Titel, nicht den ganzen Markt. Für europäische Aktien sind wir weiterhin bullish, bedingt durch mehrere positive Entwicklungen. Allen voran steht hier die an Dynamik gewinnende Konjunktur. Nach dem Wachstum von rund 0,8 Prozent im Vorjahr und der Kontraktion 2013 wird erwartet, dass die europäische Wirtschaft in diesem Jahr um 1,1 Prozent anzieht.

Verstärkte Wirkung auf Gewinnwachstum  der Unternehmen

Dieses moderate Wachstum könnte eine verstärkte Wirkung auf das Gewinnwachstum der Unternehmen haben, da steigende Umsätze Potenzial für einen operativen Hebel bewirken. Die lockere Geldpolitik der EZB sollte derweil das Wirtschaftswachstum und die Inflation fördern sowie gleichzeitig einen schwachen Euro garantieren – alles, was Europa zur Erholung braucht.

Bankensanierung durch EZB erfolgreich

Das angelegte Ankaufprogramm von Staatsanleihen hat es geschafft, die hohen Konsenserwartungen zu übertreffen sowie die Peripherieländer zu unterstützen. Auch die bisherigen Maßnahmen der EZB zur Sanierung des Bankensystems scheinen erfolgreich gewesen zu sein. Immerhin sind Europas Banken nach den umfangreichen Asset Quality Review Stresstests und den gezielten langfristigen Refinanzierungsgeschäften (TLTROs) jetzt angemessen kapitalisiert.

Außerdem verzeichneten ihre Kreditbücher nach Jahren des Schuldenabbaus im vierten Quartal 2014 erstmals wieder eine Zunahme. Die Bereitschaft der Banken zur Kreditvergabe und eine hinreichend hohe Kreditnachfrage der Unternehmen sind wichtig für das Wachstum.

Gute Quartalsergebnisse

Entscheidend für die Aktienmärkte ist indes die Tatsache, dass das Gewinnwachstum bereits an Fahrt gewinnt. So konnten die Unternehmen (ohne Finanzinstitute) im vierten Quartal 2014 ihren Gewinn gegenüber dem Vorjahr um durchschnittlich elf Prozent steigern (zusammen mit dem Finanzsektor betrug der Zuwachs 32 Prozent). Zudem haben das zweite Quartal in Folge mehr Unternehmen die Gewinn- und Umsatzprognosen übertroffen, als sie zu verfehlen.

Wähler wandern an die politischen Ränder

Teilweise hängt dies mit dem niedrigen Ausgangsniveau der Gewinne und einer geringen Erwartungshaltung zusammen. Im Vergleich zum Vorjahr profitieren die Unternehmen jedoch mittlerweile enorm von der Schwäche des Euros, der seit Anfang 2014 mehr als 20 Prozent gegenüber dem Dollar eingebüßt hat. Doch auch Europa ist nicht risikolos. In der Politik gewinnen populistische Kräfte zunehmend an Zulauf, da viele Wähler aus Frustration über den schleppenden Wirtschaftsaufschwung sowohl nach links als auch nach rechts abdriften.

Gerüchteküche sorgt für volatile Märkte

Die Wahl der Oppositionspartei in Griechenland hat bereits eine erneute Debatte über das Schicksal der Europäischen Union (EU) ausgelöst. Nach Großbritannien wird in diesem Jahr auch noch in Spanien gewählt. Dies könnte die Gerüchteküche befeuern und so für volatilere Märkte sorgen. Darüber hinaus zeichnen sich für Europa längerfristige strukturelle Probleme ab, die den Zustand der EU, das Wirtschaftswachstum und die teuren Sozialsysteme betreffen.

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

Die Hitliste der Autoknacker: Alle 30 Minuten ein Auto

Autodiebe haben im vergangenen Jahr rechnerisch etwa alle 30 Minuten einen kaskoversicherten Pkw gestohlen. Nach dem neuen Kfz-Diebstahlreport des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) kamen im Laufe des Jahres 2017 insgesamt 17.493 Pkw ihren rechtmäßigen Besitzern abhanden.

 

mehr ...

Immobilien

Immobilienverband: Mieten in kleineren Städten ziehen kräftig an

Nach Einschätzung des Immobilienverbands IVD ziehen auch die Mieten in kleineren Städten deutlich an. Dort kostet Wohnen zwar noch deutlich weniger – jedoch steigen die Mieten auch dort aktuell rasant an.

mehr ...

Investmentfonds

Italien sieht kein Risiko durch höhere Schulden

Italiens Finanzminister Giovanni Tria verteidigt den italienischen Haushaltsplan für der EU-Kommission. Tria ist bewusst, dass die Pläne den Stabilitätskriterien widersprechen, ändern wolle er sie deshalb trotzdem nicht. Seine Entscheidung begründet er heute in Brüssel.

mehr ...

Berater

Bankenverband: Stresstest hat Stärken und Schwächen

Der Bankenverband BdB dämpft die Erwartungen an den diesjährigen Banken-Krisentest der europäischen Aufseher. So seien Stresstests keine Wunderwaffe, wie der BdB am Montag in Frankfurt erklärte.

mehr ...

Sachwertanlagen

Kein Prospekt: BaFin untersagt Holz-Investment

Die Finanzaufsicht BaFin hat das öffentliche Angebot der Vermögensanlage mit der Bezeichnung „Teakinvestment“ über den Kauf, die Pflege sowie die Verwertung von Teakbäumen in Costa Rica und Ecuador in Deutschland untersagt.

mehr ...

Recht

Einmal Teilzeit und zurück? So funktioniert die Brückenteilzeit

Der Bundestag hat das neue Gesetz zum Rückkehrrecht von Teil- in Vollzeit verabschiedet. Arbeitnehmer in Unternehmen ab 45 Angestellten können ab 2019 die so genannte Brückenteilzeit wählen. Arbeitsrechtsexperten der Arag haben das Gesetz unter die Lupe genommen.

mehr ...