27. März 2015, 09:15
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Aktien bleiben im Aufwind

Finanzprofis sehen Aktien dank stützender Maßnahmen der Notenbanken weiter im Aufwind. Die Zweifel an Chinas Wachstum nehmen indes zu.

Gastbeitrag: Nils Hemmer, Pioneer Investments Deutschland

Aktienfonds

Die politischen Krisenherde unter Kontrolle, eine weiter akkommodierende Geldpolitik der Notenbanken und anhaltend niedrige Energiepreise – die Teilnehmer an der diesjährigen Investment Konferenz von Pioneer Investments blicken zuversichtlich in das Jahr 2015. Mit Blick auf die Aktienmärkte erwarten sie die größten Kurszuwächse in Europa, bei den Renten halten sie Schwellenländern für mit Abstand am attraktivsten. Sorge bereitet den Befragten die Wachstumsschwäche in China.

Ruhiges Fahrwasser erwartet

Die Ukraine-Krise, der Vormarsch der IS-Milizen, das Aufflammen der Schuldenkrise im Euroraum und die Unsicherheit über den geldpolitischen Kurs der Federal Reserve (Fed) – gleich eine ganze Reihe von Faktoren hat die Kapitalmärkte in den vergangenen Monaten durchgerüttelt. Für 2015 rechnen professionelle Investoren mit einem ruhigeren Fahrwasser für Aktien, Renten, Rohstoffe und Währungen – so das Ergebnis einer Umfrage unter 70 Finanzberatern, Depot-A-Managern, Kapitalanlegern von Versicherungen und Vermögensverwaltern bei der diesjährigen Investment Konferenz von Pioneer Investments Mitte März in München.

Die politischen Krisenherde dürften nach Einschätzung der Finanzprofis unter Kontrolle bleiben: So geht nur knapp ein Viertel der Befragten davon aus, dass der Konflikt in der Ukraine zu einer Neuauflage des Ost-West-Konflikts eskalieren wird. Allerdings rechnet gleichzeitig rund die Hälfte der Besucher der Veranstaltung damit, dass die Krise im Lauf des Jahres immer wieder aufflammen und die Kapitalmärkte beschäftigen wird. Mit Blick auf die Finanzlage in Griechenland sind sich die Befragten sicher, dass eine Zahlungsunfähigkeit der Hellenen von den Regierungen der Länder des Euroraums, der Europäischen Zentralbank (EZB) und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) verhindert wird: Gut 60 Prozent erwarten einen abermaligen Bailout für die Regierung in Athen, lediglich jeweils knapp 19 Prozent rechnen mit einem geplanten oder ungeplanten Ausscheiden Griechenlands aus dem gemeinsamen Währungsgebiet.

Leitzinsen bleiben in Europa lange unten

Die Geldpolitik von EZB und Fed wird nach Einschätzung der Umfrageteilnehmer auf Sicht weiter akkommodierend bleiben: So erwarten exakt 70 Prozent, dass die Währungshüter um EZB-Präsident Mario Draghi frühestens Anfang 2018 erstmals wieder das Leitzinsniveau anheben werden. Auch die Gefahr, dass die US-Notenbank durch ein zu hohes Tempo ihrer geldpolitischen Straffungen privaten Konsum und Anlageinvestitionen abwürgen wird, sehen die Finanzprofis nicht: Rund die Hälfte der Befragten rechnet damit, dass der Offenmarktausschuss der Fed in den kommenden zwölf Monaten das Leitzinsniveau lediglich moderat um 50 Basispunkte nach oben schrauben wird. Weitere knapp 35 Prozent erwarten binnen Jahresfrist sogar nur eine um 25 Basispunkte gestraffte Geldpolitik.

Bei einer weiter sehr lockeren Geldpolitik lohnt ein Blick auf die Aktienmärkte, die am stärksten davon profitieren dürften. Hier fällt die Antwort der Teilnehmer an der Investment Konferenz eindeutig aus: Für 63,3 Prozent werden die Kurse an den europäischen Börsen 2015 am kräftigsten steigen. Mit Blick auf die Anleihesegmente versprechen sich 47 Prozent von Schuldtiteln aus den Schwellenländern eine überdurchschnittliche Wertentwicklung, es folgen in der Beliebtheit hoch verzinste Unternehmensanleihen mit 31 Prozent.

Die Währungsrelationen hielten in den vergangenen Monaten manche Überraschung bereit, hier erwarten die befragten Finanzprofis eine Beruhigung. Die stürmische Aufwertung des Dollar zum Euro nach der Ankündigung des quantitativen Lockerungsprogramms der EZB verliert nach Ansicht einer großen Mehrheit von rund 60 Prozent im laufenden Jahr deutlich an Schwung. Dass die Schwäche der Gemeinschaftswährung im Euroraum ein einziger Segen ist, wird dagegen bezweifelt. Nur 41,5 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die Exportwirtschaft dadurch weiter kräftig angekurbelt wird. Ein gutes Drittel ist der Überzeugung, dass der preisliche Wettbewerbsvorteil die strukturellen Probleme vieler Eurostaaten nicht kompensieren kann und die Wachstumsdynamik dort auf Sicht gering bleiben wird. Immerhin 22 Prozent sind sogar der Auffassung, dass die EZB mit ihren Anleihekäufen überzieht und den Euro so zur Weichwährung macht.

China wächst langsamer

Sorge bereitet den Finanzprofis die Entwicklung der als globale Wachstumslokomotive geltenden chinesischen Volkswirtschaft: 38 Prozent glauben, dass sich die gegenwärtige Schwäche der zweitgrößten Ökonomie der Welt auch in Zukunft fortsetzen wird. Lediglich sieben Prozent gehen davon aus, dass es der chinesischen Regierung gelingen wird, durch das Anstoßen von Reformen langfristig die Dynamik wieder zu erhöhen. Allerdings besteht wohl wenig Gefahr, dass neben der Wachstumsschwäche Chinas auch eine Erholung der 2014 rasant gefallenen Energiepreise Bremsspuren in der konjunkturellen Entwicklung hinterlassen wird. Ein solches Szenario befürchten lediglich knapp 15 Prozent.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass 2015 im Spannungsfeld von Zentralbankpolitik und unsicherer Konjunkturentwicklung ein aktives Risikomanagement besonders wichtig sein wird. Income-orientierte Fondslösungen können auch künftig die durchaus vorhandenen Zins-und Dividendenerträge für Anleger bündeln.

Autor Nils Hemmer leitet den Partnervertrieb bei der Fondsgesellschaft Pioneer Investments Deutschland. 

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