Studie: Führungsqualität entscheidend für Vermögensverwalter

Aberdeen Asset Management hat eine Studie durchgeführt, welche maßgebende Rolle die Führungsqualität bei den Investmententscheidungen von Vermögensverwaltern und den Erwartungen ihrer Kunden spielt. 

Paul Lee, Aberdeen Asset Management: „Führungsqualität ist ein Thema, mit dem sich Anleger tagein tagaus beschäftigen müssen“

Nach Aussage der überwiegenden Mehrheit (85Prozent) der befragten 293 Entscheidungsträger sollten sich Vermögensverwalter mit den Unternehmen auseinandersetzen, sowohl bevor sie das Geld ihrer Kunden investieren als auch in regelmäßigen Abständen danach. Die Befragten waren sich einig, dass mangelnde Führungsqualität die größte unternehmerische Herausforderung nach den Steuerregularien darstellt.

Fundamentales Thema für das Tagesgeschäft

„Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass Führungsqualität ein fundamentales Thema ist, mit dem sich Anleger tagein tagaus beschäftigen müssen. Es geht darum, dass Vermögensverwalter ihr Eigentum begreifen und sich nicht davor scheuen sollen, sich mit den Unternehmen auseinanderzusetzen, in die sie investieren. Diese Dialoge müssen regelmäßig stattfinden und von offenem und ehrlichem beidseitigen Austausch geprägt sein“, sagt Paul Lee, Leiter der Unternehmensführung bei Aberdeen Asset Management.

Bewertung von Führungsqualität ist nicht einfach 

„Die Führungsqualität richtig einzuschätzen, ist nicht einfach. Es bedarf der Analyse und des nachdenklichen Begreifens. Und viel Zeit, die man damit verbringt, Leute zu treffen und zuzuhören – und nicht einfach immer selbst zu reden. Dies alles – und damit die richtige Einschätzung der Führungsqualität – gelingt einfacher, wenn man langfristiger agiert. Ein Unternehmen wird sich eher öffnen, wenn es nicht befürchten muss, dass seine Anleihen oder Aktien verkauft werden, sobald die Quartalszahlen einmal schwächer ausfallen. Als Branche müssen wir selbst bei unseren Anlagen langfristiger denken. Und wir müssen die Unternehmen, dessen Wertpapiere wir halten, ermutigen, sich ebenso zu verhalten“, so Lee weiter.

Blockaden für langfristiges Investmentdenken

Die Studie ergab einige Hindernisse für langfristiges Investmentdenken. So geben 70 Prozent der Befragten an, dass das kurzfristig geprägte Umfeld mit regelmäßigen Performancevergleichen einem längerfristigen Ansatz im Wege steht. Fast die Hälfte (48 Prozent) geben Vorschriften eine Teilschuld am kurzfristigen Denken und Handeln, wohingegen die überwiegende Mehrheit davon ausgeht, dass ausreichende Investmentmodelle und Performancemetriken zur Verfügung stehen, um ein langfristiges Investmentverhalten zu unterstützen.

Bewertung von Länderrisiken wichtig

Tatsächlich wird die enorme Vielzahl an verfügbaren Modellen und Metriken als Grund für die Begünstigung der Kurzfristigkeit genannt. Auf Länderebene glauben mehr als die Hälfte (57 Prozent), dass Führungsregimes/-kompetenzen bessere Maßstäbe zur Einschätzung von Risiken und Chancen sind als die konventionelle Einstufung in entwickelte Märkte oder Schwellenmärkte. Die Studie bestätigt die Erwartungshaltung, dass Vermögensverwalter bei der Bewertung von Investmentchancen eine maßgebliche Rolle bei der Einschätzung von Länderrisiken spielen. (fm)

Foto: Aberdeen Asset Management

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