3. August 2016, 14:17
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Börse Hamburg greift Frankfurter Parketthandel an

In den Börsenmedien ist der Handelssaal der Frankfurter Börse sehr präsent. Fast alle Live-Schalten werden aus dem imposanten Gebäude in der Nähe der Frankfurter Hauptwache gesendet. Was viele Zuschauer aber immer noch nicht wissen, die Bedeutung des Parketthandels ist bereits jetzt schon marginal und wird künftig noch weiter schrumpfen. Der Rademacher-Kommentar

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Tim Rademacher analysiert die aktuelle Entwicklung in der deutschen Börsenlandschaft.

Professionelle Anleger bevorzugen schon seit vielen Jahren elektronische Handelsplattformen wie Xetra und Bats Europe, die eine wesentliche größere Liquidität bieten und kostengünstiger sind. Dies wird auch in Zukunft so bleiben. Bei den Privatanlegern bekommt der traditionelle Börsenplatz nun noch mehr Konkurrenz. Nachdem die Berliner Firma Tradegate Exchange bereits jetzt mehr Handelsvolumen abwickelt als alle Regionalbörsen zusammen, ergreift nun der Düsseldorfer Wertpapierhändler Lang & Schwarz zusammen mit der Hamburger Börse die Initiative.

Vorteile für Privatanleger

Dies hört sich zunächst unspektakulär an, verdeutlicht aber einen langfristigen und unaufhaltsamen Trend. So bieten die Hanseaten ab sofort zum klassischen Skontroführerhandel auch eine Market Maker basierte Orderabwicklung zusammen mit Lang & Schwarz über ihren Börsenplatz an. Es werden permanent An- und Verkaufskurse zu tausenden von Wertpapieren gestellt, zu denen die Kunden handeln können. Zunächst haben nur die Kunden der DAB Bank Zugang zu diesem System, allerdings ist es nur eine Frage der Zeit, bis andere Broker ebenfalls an diese Plattform angeschlossen werden.

Die Vorteile für die Privatanleger sind mit diesem neuen Angebot durchaus gegeben und vielfältig. Zum einen können Sie über einen geregelten Börsenplatz von 7:30 Uhr bis 23:00 Uhr handeln, in Frankfurt sind die Pforten nur von 08:00 Uhr bis 20:00 Uhr geöffnet. Was auch den Handel nach dem Feierabend einfach macht. Zum anderen dürften die Transaktionskosten deutlich unter denen der meisten Wettbewerber liegen. Insbesondere die Börse Stuttgart verlangt hier beispielsweise hohe Gebühren, aber auch der Handel auf dem Frankfurter Parkett ist kein Schnäppchen.

Gebühren werden langfristig sinken

Generell hält mit dem erweiterten Angebot der Trend zu einer immer stärker diversifizierten Börsenlandschaft für Privatanleger an. Auch Anbieter wie die Baader Bank, gettex und die Commerzbank machen den traditionellen Börsenbetreibern das Leben schwer. Für den Privatanleger schmälert diese Entwicklung zunächst Übersichtlichkeit, ist aber genau analysiert von Vorteil. So haben sie die Möglichkeit, den Börsenplatz zu wählen, in dem zum Zeitpunkt der Transaktion der günstigste An- oder Verkaufskurs angeboten wird. Im Internet sind solche Kurse in Echtzeit leicht einsehbar. Zudem wird die erweiterte Konkurrenz langfristig dazu führen, dass die Ordergebühren sinken und die Spanne zwischen dem Ankaufs- und Verkaufspreis schrumpft.

Insbesondere aktiv handelende Anleger müssen daher zukünftig die jeweiligen Kurse an den entsprechenden Handelsplätzen vergleichen. Dies führt langfristig ganz bestimmt zu einer höheren Rendite. Für die zahlreichen Börsenplatzbetreiber ist die Entwicklung hingegen schlecht. Sie müssen den Kuchen mit noch mehr Konkurrenten teilen und sind ständig zu neuen Angeboten gezwungen. Sollten diese nicht geliefert werden, droht dem jeweiligen Handelsplatz ein schneller Niedergang.

Tim Rademacher ist leitender Redakteur im Bereich Investmentfonds bei Cash. und analysiert die Geschehnisse am Kapitalmarkt direkt vom Finanzplatz Frankfurt aus.

Foto: Cash.

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