25. Juli 2016, 10:58
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Die Philippinen entwickeln sich zur Boomregion in Fernost

Deutsche Anleger hatten die Philippinen bislang so gut wie gar nicht auf dem Radarschirm. Allerdings ist der Inselstaat in Fernost für Investoren sehr aussichtsreich. Gastkommentar von Jason Pidcock, Jupiter AM

Manila in Die Philippinen entwickeln sich zur Boomregion in Fernost

In den vergangenen Jahren hat sich Manila zu einer wirtschaftlichen Boomtown entwickelt.

Eine schnell wachsende Wirtschaft, günstige demografische Trends, ein niedriger Schuldenstand und größtenteils positive politische Rahmenbedingungen machen die Philippinen zu einem kommenden Star unter den Schwellenländern in der Region Asien-Pazifik. Das Zusammenspiel dieser Faktoren dürfte den Binnenkonsum ankurbeln: Solide geführte, wachsende Konsumunternehmen sollten bestens aufgestellt sein, um von dieser Entwicklung zu profitieren.

Von allen investierbaren Ländern in der Region Asien-Pazifik weisen die Philippinen vermutlich die vielversprechendste makroökonomische Ausgangslage auf. Einerseits liegt das BIP pro Kopf nur bei rund 2.900 US-Dollar und beträgt damit weniger als die Hälfte des BIP pro Kopf von Thailand. Andererseits sind die Philippinen mit konstanten Wachstumsraten von jährlich sechs Prozent nicht nur die sich am schnellsten entwickelnde Volkswirtschaft in Asien, sondern verfügen auch über ein demografisches Profil, das den dort ansässigen Unternehmen, insbesondere im Konsumgüterbereich, langfristig nachhaltiges Wachstum bescheren sollte.

Die demografische Dividende

Die 7.641 Inseln der Philippinen, die zusammen eine Fläche von der Größe Italiens bilden, sind reich an natürlichen Ressourcen und biologischer Vielfalt. Der wahre Wirtschaftsmotor des Landes sind jedoch seine Einwohner. Mehr als die Hälfte der rund 100 Millionen Einwohner sind unter 30. Die Lebenserwartung steigt und die Geburtenrate bleibt trotz eines leichten Rückgangs hoch, sodass die Einwohnerzahl der Philippinen in den nächsten 30 Jahren voraussichtlich auf 150 Millionen steigen wird. In einem größeren Zusammenhang betrachtet, legen die demografischen und wirtschaftlichen Daten des Landes nahe, dass sich die Philippinen langfristig den Maßstäben eines Industriestaats annähern werden. Das bedeutet kleinere Familien mit weniger unterhaltsbedürftigen Personen und einen höheren Ausgabenspielraum. Tatsächlich wächst die philippinische Mittelklasse rasant. Die verfügbaren Einkommen sind in den letzten drei Jahren auf Jahresbasis um 14 Prozent gestiegen und der Anteil der Beschäftigten, die mehr als 5.000 US-Dollar verdienen, ist von sechs Prozent im Jahr 2005 auf 21 Prozent im Jahr 2013 in die Höhe geschnellt. Vor dem Hintergrund, dass die Wirtschaft des Landes in der Wertschöpfungskette weiter nach oben klettert wird, gehe ich von einer Bestätigung dieser Trends aus.

Die momentane Staats-, Firmen- und Privatverschuldung auf den Philippinen befindet sich auf einem niedrigen Stand. So gehört der Schuldenanteil der Privathaushalte mit nur acht Prozent des BIP zu dem geringsten weltweit. Dieses niedrige Schuldenniveau bringt verschiedene Vorteile mit sich. Das Wachstumspotenzial im Privatkunden- und Firmenkreditgeschäft von Banken bietet enorme Chancen, Impulse für die einheimische Wirtschaft zu liefern. Auch auf staatlicher Ebene besitzt die Regierung dank der niedrigen Verschuldung, dem soliden Haushalt und der Abwesenheit von inflationsbedingten oder handelsbilanziellen Schwierigkeiten viel Spielraum, was die Finanzierung von Investitionen durch Fremdkapital betrifft. Das Land verzeichnet derzeit einen Leistungsbilanzüberschuss, der durch monatliche Zuflüsse aus dem Ausland gestützt wird. Es scheint, als wirken sich all diese Aspekte positiv auf das Land aus.

Die weite Verbreitung der englischen Sprache ist ein wichtiger Faktor bei der Gewinnung ausländischer Direktinvestitionen für die Dienstleistungsbranche und nicht wenige Unternehmen haben bereits Back-Office-Prozesse in den Inselstaat verlagert. Arbeitsplätze werden zunehmend in städtischen Gebieten geschaffen, obgleich auch der Tourismus eine wichtige Branche darstellt, die angesichts des Besucherzuwachses aus China rasant zulegt.

Vorteile einer flexiblen Erwerbsbevölkerung

Dank der jungen Bevölkerung gibt es darüber hinaus eine Vielzahl von Arbeitskräften für die Besetzung freier Stellen. Dies dürfte die Lohnkosten niedrig halten – ebenso wie die Tatsache, dass rund 10 Prozent der Bevölkerung außer Landes lebt. Die Arbeiter im Ausland verdienen ihr Geld in einer Vielzahl unterschiedlicher Bereiche und senden meist einen erheblichen Lohnanteil zurück an ihre Familien, bevor sie dann für die zweite Hälfte ihres Arbeitslebens nach Hause zurückkehren. Dies bedeutet, dass bei einem Anstieg des Wirtschaftswachstums auf einen Pool an Arbeitskräften zurückgegriffen werden kann und weniger Menschen die Philippinen auf der Suche nach bezahlter Arbeit verlassen.

Wie in jedem anderen Land gibt es jedoch Beschränkungen, was das wirtschaftliche Wachstum angeht. Auf den Philippinen sind diese hauptsächlich mit der Infrastruktur verbunden. Das Land würde von einem Ausbau des Straßen- und Schienennetz sowie anderen Infrastrukturmaßnahmen profitieren. Der neu gewählte Präsident Rodrigo Duterte hat zugesagt, die Ausgaben für die Infrastruktur von 3,3 Prozent auf fünf Prozent des BIP zu erhöhen.

Seite zwei: Günstige politische Rahmenbedingungen

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